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Montag, 17. Mai 2010

Ausgegraben - Spezial: WHITNEY HOUSTON - "I LOOK TO YOU" (2009)

Jetzt noch auf CD und in wenigen Stunden bereits in der Hamburger Color Line Arena - Whitney Houston's Comeback!

In wenigen Stunden ist es nun soweit - und wenn die meisten dies hier lesen werden, wird es bereits vorüber sein: Ich werde heute Abend, am 17. Mai 2010, die wunderbare Whitney Houston live in der Hamburger Color Line Arena sehen. Sicherlich muss man sich derzeit allerlei Witze und dumme Bemerkungen anhören, in dem Vorhaben, ihre aktuelle Welt-Tournee miterleben zu wollen. Und sehen wir es mal realistisch: In den vergangenen Jahren ist Whitney Houston durch die Hölle gegangen. Die Abhängigkeit vom prügelnden Ex-Ehemann Bobby Brown, sowie Drogen und Alkohol im Überfluss, richteten die einst strahlende und elegante Soul-Diva derartig zugrunde...nur Britney Spears war in der Lage ihr in dieser Hinsicht Konkurrenz zu machen. Doch steckte Whintey über Jahre in diesem Teufelskreis fest - um dann endlich wieder auf die Füße zu kommen. Und sie ist ohne Zweifel wieder da, wenn man dieses wunderbare Album hört. All die Musikschreiberlinge, die mit reibenden Händen darauf warteten, ein Comeback-Album des gefallenen Engels zu verreissen, sollten Herz und Ohren öffnen und den tollen Perlen dieses Albums lauschen. In Wirklichkeit, hat es sogar das Zeug, beinah nahtlos an "My Love Is Your Love" anzuknüpfen. Ein Album, das Anfangs auch mit Ignoranz gestraft wurde - und sich zu einem massiven Grower und einem ihrer erfolgreichsten Alben überhaupt entwickelte. Und wenn wir noch einmal ganz ehrlich sind: Der (von Alicia Keys geschriebene und produzierte) catchy Soul-Pop-Ohrwurm "Million Dollar Bill", das getragene, großartige "Call You Tonight", die schmachtende Ballade "Didn't Know My Own Strength", der geschmeidig traumtänzelnde Ohrfänger "Like I Never Left" im Duett mit Akon, der fantastisch mitreißende Floorfiller "For The Lovers" oder die sanft beatige finale Perle "Salute" - alles Hits! Eine wunderbare Pop-Platte, die allein schon vieles von dem gähnend langweiligen Massen-RnB einer Beyoncé locker in die Tasche steckt. Vielleicht fehlen hier die bahnbrechenden Ohrwürmer die einem auf Anhieb ins Gesicht springen, von denen Beyoncé, eine Art Celine Dion des RnB, wenigsten 1 oder 2 pro Album zu bieten hat. Dafür liefert Whitney hier Songs die mit der Zeit immer weiter wachsen und das Album als das offenbaren was es nun mal ist: Ein mehr als gelungenes Comeback! Eine vorzeitige Meinung über ihre Live-Qualitäten will ich mir allerdings nicht von der Boulevard-Presse diktieren lassen - in wenigen Stunden bietet sich mir die einmalige Gelegenheit, mir einen eigenes Bild davon machen zu können. Davon dann hier bald mehr in meinem Konzert-Review!

To be continued...

* * * *1/2

Besprochen: ERLAND & THE CARNIVAL - "E & TC"

Die 2/3-Supergroup bringt auf ihrem Debüt den psychedelischen 60's-Pop-Rock wieder zum strahlen wie schon lange nicht mehr.

In den vergangenen Jahren haben sich regelmäßig Künstler und Bands dem Sound der 60er verschrieben - doch nur die wenigsten taten dies auch tatsächlich authentisch und originell. Mit Ausnahme von Amy Winehouse, möchte man an all die Retro-Soul-Klone gar nicht erst denken, die über Monate, ja selbst heute noch, die Radiolandschaft zukleistern. Doch hier geht es nicht um Soul, sondern um den psychedelischen, melancholisch verklärten, melodischen 60's-Pop-Rock! Neben The Coral, die dieses Feld seit Anfang der 00er mehr als vortrefflich beackern, zeigten sich vor allem Nebenprojekte, in denen Musiker unterschiedlicher Bands zusammen kamen, als die eindeutigen Gewinner. Man denke an The Good, The Bad & The Queen (Blur, The Verve, The Clash, Fela Kuti), The Last Shadow Puppets (Arctic Monkeys, The Rascals) oder The Raconteurs (The White Stripes, Brendan Benson, The Greenhorns, The Dead Weather). Die britischen "Newcomer" Erland & The Carnival können sich in diese Reihe beinah nahtlos einfügen. Zwar ist Sänger Gaiwan Erland Cooper weitestgehend unbekannt, geht hier jedoch gemeinsam mit Simon Tong (Blur, The Verve, Gorillaz, The Good, The Bad & The Queen) als Multiinstrumentalist und David Nock (The Orb, Client) als Drummer zu Werke. Und sie führen die Arbeit ihrer Kollegen vortrefflich fort. So startet das Album mit dem Opener "Love Is A Killing Thing" zärtlich und melancholisch, um sich im Verlaufe des Song in einen mächtigen Wall-of-Sound zu steigern. "My Name Is Carnival" gallopiert auf den psychedelischen Pfaden von The Coral und sie zeigen auch im orgelgetränkten "You Don't Have To Be Lonely" eine enorme Seelenverwandtschaft zu den Psych-Poppern. Das federleichte und wunderbare "Trouble In Mind" besticht durch eine fabelhafte Melodie und unbeschwerte "Lalala"-Gesänge, das durch stimmige "bah-dah-bah-dah"-Chöre im überschwänglichen "The Sweeter The Girl The Harder I Fall" komplettiert wird. Ein wahrlich berauschendes Pop-Erlebnis, das man erlebt haben sollte.

* * * *1/2

Sonntag, 16. Mai 2010

MIXTAPE VOL.5

Und schon das fünfte Mixtape - im Moment scheinen mir die Songtipps nur so um die Ohren zu fliegen. Wieder einmal gilt auch für dieses Mixtape: Egal ob der neueste heiße Scheiß, Geheimtipps oder alte Perlen - Hauptsache es macht Spaß! Also, enjoy!


1. STROMAE - "BIENVENUE CHEZ MOI" (2010)

Am 18. Juni hat das Warten ein Ende: Nach dem Monster-Hit "Alors On Danse" folgt im kommenden Monat endlich das lang ersehnte Album mit dem Titel "Cheese". Um die Wartezeit zu verkürzen, veröffentlicht iTunes seit vergangenem Freitag, den 14. Mai, bis zum Album-Release jede Woche einen Song des Albums. Der erste ist der grandiose Eurodance-Pop-Ohrwurm "Bienvenue Chez Moi" - ein potentieller Hit, der "Alors On Danse" in nichts nachsteht. Wir dürfen gespannt sein: Den 18. Juni sollte man sich hier und jetzt fett im Kalender anstreichen.



2. ALANIS MORISSETTE - "YOUR HOUSE (ACOUSTIC)" (2005)

15 Jahre ist es nun her, das Alanis Morissette ihr grandioses Debüt "Jagged Little Pill" (auf Madonna's Label Maverick) veröffentlichte. Eine Leistung, die sie selbst nie wieder erreichen sollte. Wiederum 5 Jahre ist es nun her, das sie zum Jubiläum des Debüts das ziemlich unnötige "Jagged Little Pill Acoustic" veröffentlichte, auf dem das Album - wie der Titel schon sagt - als Akustik-Version neu eingespielt wurde. So verzichtbar das Album ist, so unverzichtbar ist allerdings der Hidden-Track, der wenige Minuten hinter dem letzten Titel versteckt liegt: War "Your House" ursprünglich auf dem Debüt ausschließlich als (leicht nervende) Acappella-Version enthalten, erstrahlt es auf dem Akustik-Album plötzlich in einem derartigen Glanz, das es einem bereitwillig die Tränen in die Augen treibt. Eine Schande, das diese Perle nie eine Single war. Wundervoll.


3. THE CORAL - "BUTTERFLY HOUSE" (2010)

Seit nun fast einer Dekade begeistern die jungen Herren der britischen Musiker-Truppe The Coral mit grandios umgesetzten, authentischen und stets mit hoher Qualität bestechenden 60's-Pop der allerfeinsten Sorte. Nach 4 Alben, einem "Mini"-Album (das mit 11 Songs allerdings ein vollwertiges Album wurde) und einer Best-Of, folgt nun endlich das offizielle 5. Album, mit dem Titel "Butterfly House". Auf ihrer Homepage stellen die jungen Männer den Titelsong zum kostenloses Download zur Verfügung - eine beherzte, melancholische und schier wundervolle 60s-Pop-Perle. Auch hier darf man sehr gespannt sein: Alben von The Coral waren bislang eine ausschließlich sehr erfreuliche Angelegenheit.


4. ERLAND & THE CARNIVAL - "YOU DON'T HAVE TO BE LONELY" (2010)

Neben The Coral gab es in den letzten Jahren vor allem Band-Nebenprojekte, die in der Lage waren, 60's-Pop/-Rock von Relevanz zu schaffen - man nehme etwa The Good, The Bad & The Queen, The Last Shadow Puppets oder The Raconteurs, die sich aus Bandmitgliedern von Blur, The Verve, The White Stripes, Arctic Monkeys oder The Clash zusammensetzen. Nun kommen Erland & The Carneval mit ihrem Debüt, das sich hier nahtlos einreiht: Sänger Gaiwan Erland Cooper ist weitestgehend unbekannt, holte sich allerdings Simon Tong (Blur, The Verve, Gorillaz, The Good,The Bad & The Queen) als Multiinstrumentalist und David Nock (The Orb, Client) als Drummer an Bord. Gemeinsam spielen sie verzückenden und großartigen 60's-Pop, das einem das Herz aufgeht vor Freude.


5. FAITHLESS feat. Sabrina Setlur - "BRING MY FAMILY BACK" (1999)

Das Comeback von Faithless läuft auf Hochtouren - aber viele werden sich noch an die Anfänge des grandiosen Projekts erinnern. So auch an "Bring My Family Back". Doch wie viele da draußen wissen eigentlich noch, das es für den deutschen Markt tatsächlich eine Version im Duett mit Sabrina Setlur gab? Sicherlich nicht allzu viele. Aber das erstaunlichste: Diese Version ist nicht so peinlich wie man vermuten mag. Absolut gelungen. (Kommentare herzlich willkommen!^^)


6. LADY GAGA - "ALEJANDRO (THE SOUND OF ARROWS REMIX)" (2010)

Der Remix hat sich - vor allem seit den 90er Jahren - beständig zu einer eigenen Kunstform entwickelt. Doch leider sieht ihn nicht jeder Remixer als eine solche. Oftmals bleiben Remixe dann überwiegend doch etwas für Sammler und DJ's. Nur in den seltensten Fällen vermag er dem Original etwas hinzuzufügen. Auf dem soliden Remix-Album ihres mehr als soliden Hit-Albums "The Fame Monster", hat Lady Gaga tatsächlich ein paar davon zu bieten. So sei an dieser Stelle einer davon empfohlen: Im The-Sound-Of-Arrows-Remix wird die neue Single "Alejandro" tatsächlich noch dichter an die Madonna der 80er Jahre heran gerückt, als es beim famosen Original eh schon der Fall war - und kann selbigem locker auf Augenhöhe begegnen.


7. HUNDREDS - "HAPPY VIRUS" (2010)

Das Hamburger Geschwister-Duo um Eva und Philipp Milner gilt bei Kritikern bereits als die neue heimische musikalische Hoffnung. Mit den unterschiedlichsten Samples und Sounds erschaffen sie sich einen völlig eigenen Klangkosmos innerhalb ihres intelligenten Elektro-Pop, der mit der neuen Single "Happy Virus" sogar einen Hit abwirft. Dieses Duo sollte man auf dem Zettel haben - Albumrezension ist bereits in Arbeit.



8. TONI BRAXTON - "YESTERDAY" (2010)

Ohne Frage ein grauenhaftes Cover-Design! Sicherlich nicht gerade ein Grund mehr für das skeptische Volk, sich den neuesten Versuch der amerikanischen Soul-Pop-Dame anzuhören, endlich wieder einen Hit zu landen. Doch all den Zweiflern, die trotzdem eine Vorliebe zum Pop haben, sei hiermit gesagt: Mit "Yesterday", der ersten Single ihres neuen Albums "Pulse", schickt Toni Braxton einen tadellosen Hit ins Rennen, der auch Beyoncé oder Leona Lewis gut sich Gesicht gestand hätte. Eine anständige Leistung!


9. SARAH McLACHLAN - "LOVING YOU IS EASY" (2010)

7 Jahre ist es nun her, das das letzte reguläre Studioalbum der kanadischen Sängerin vorlag. Das soll sich im Juni ändern, wenn ihr neues Album "Laws Of Illusions" erscheint. Die erste Single "Loving You Is Easy" ist schon eine kleine Überraschung. Die doch sonst oft so melancholische und nachdenkliche Dame, kommt hier mit einem Ohrwurm voll überschwenglicher Lebensfreude daher, bei dem der Geist der Beatles aus allen Ritzen quillt. Man darf gespannt sein, was auf dem Album alles folgen wird. To be continued...


10. ELLEN ALLIEN - "MY TREE" (2010)

Die Berliner Elektro-Produzentin Ellen Fraatz alias Ellen Allien, legt dieser Tage ihr mittlerweile 6. Album vor. "Dust" heißt das gute Stück und wird derzeit von Kritikern mit Lobesliedern besungen. Hieraus stammt auch der Song "My Tree" - ein schwebendes, spaciges, unkonventionelles und hypnotisches Minimal-Techno-Kunststück.






Samstag, 15. Mai 2010

Besprochen: THE BLACK KEYS - "BROTHERS"

Die White Stripes sollten sich daran ein Beispiel nehmen - und die Stones besser gleich in Rente gehen: The Black Keys unterwandern den Bluesrock mit einer Extraportion Soul!

Das dem Bluesrock zugeneigte Duo aus Akron, Ohio - um Dan Auerbach (Gesang, Gitarre) und Patrick Carney (Drums, Produktion) - mußte sich Anfangs viele Vergleiche mit den White Stripes gefallen lassen - sicherlich nicht der schlechteste Vergleich, der hier aber dennoch nicht zutrifft. Damit ist nicht einmal der kommerzielle Durchbruch gemeint, der den Stripes unlängst gelang, aber bei den Black Keys beständig auf sich warten lässt. Hier ist die Rede von der musikalischen Langzeitqualität - die wiederum die Erflolgsverhältnisse zwischen den beiden Duo's in Frage stellt. So haben sich The Black Keys als die gewiefteren Musiker erwiesen, die nicht nur auf ihrem letzten famosen Album "Attack & Release" (2008) knochentrockenen Bluesrock mit der soundästhetischen Raffinesse von Danger Mouse paarten - nein, auf ihrem neuesten und mittlerweile 6. Werk, verpassen sie ihrem Bluesrock gar eine solch charmante Extraportion Soul, das sogar die Rolling Stones im Saft ihrer Jugend vor Neid erblassen würden. Exemplarisch dafür steht schon der Opener "Everlasting Light", das schweinscool bluesige Gitarrenakkorde mit leidenschaftlich souligem Gesang vereint, das es ein wahres Fest ist. Das grandiose "Next Girl" dürfte den White Stripes schmerzhaft klar machen, das ihnen nicht zuerst eingefallen ist, in welch famose Richtung sie sich hätten weiterentwickeln können. Die Single "Tighten Up" entwickelt sich mit memorablem Gesang, Orgel-Tupfern und eingängigen Gitarrenriffs zu einem veritablen Meisterstreich, der sich schon jetzt seinen Platz unter den Song des Jahres reserviert. "Too Afraid To Love You" begeistert mit barocker Orgel, psychedelisch düsterer Atmophäre und berückend emotionalem Gesang und entwickelt starke Klassiker-Qualitäten. Mit "Never Gonna Give You Up" liefen sie eine grandiose Cover-Version von Jerry Butler, liefern auf "Unknown Brother" beinah beschwingte Töne und beschließen das Album mit dem wunderbaren und eindringlichen "These Days". Die Rolling Stones sollten endgültig in Rente gehen - denn mit dieser einen Platte, haben ihnen die Black Keys auf einen Schlag ihre Existenzberechtigung der letzten 30 Jahre genommen.

* * * * *

MIXTAPE VOL.4

Herzlich Willkommen zu meinem nunmehr vierten Mixtape - wieder einmal ein paar Songs die es zu empfehlen gilt. Nicht immer unumstritten, vielleicht auch nicht immer künstlerisch höchst anspruchsvoll (wie mein erster Song hier schon zeigt...^^), aber dafür sicherlich unterhaltsam! Enjoy!


1. KYLIE MINOGUE - "ALL THE LOVERS" (2010)

Die australische "Volksheldin" Kylie Minogue zählt ohne Zweifel zur Kategorie Pop-Phänomen, die der Musikexpress in seiner neuesten Ausgabe perfekt umschreibt: Pop-Stars deren Erfolg in keinerlei Verhältnis zu ihrem künstlerischem Schaffen steht. Oder volkstümlich: Scheiße, aber sehr erfolgreich. Hinter all dem Glitzer, dem Glamour und den Millionen verkauften Platten, verbirgt Miss Minogue, das sie in ihrer Karriere noch kein einziges überzeugendes Album abliefern konnte. Ob sich das auf ihrem in Kürze erscheinenden 11. Studioalbum "Aphrodite" ändert, ist fraglich. Zumindest die Idee, Produzent Stuart Price für das Album zu verpflichten, stößt auf offene Ohren - auch wenn Madonna selbige bereits vor 5 Jahren hatte. Und so bleibt Kylie weiterhin der 2. Klasse-Popstar, der sich von dem ernährt, was die größeren und stärkeren haben liegen lassen. Ihre neue Single, das süßlich melodische Pop-Ohrwürmlein "All The Lovers" ändert daran auch nicht viel, bleibt ein netter, aber harmloser Pop-Zeitgenosse. Doch: Auch das braucht man doch manchmal im Pop - handzahme kleine Pop-Songs, die im Moment Spaß machen, um später in der Kiste mit den peinlichen Lieblingssongs zu landen.


2. M.I.A. - "XXXO" (2010)

In Kürze erscheint das brandneue 3. Album "/\/\/\Y/\" von der aus Sri Lanka stammenden Wahl-Londonerin M.I.A., die mit ihren vorangegangen Alben durch musikalische Radikalität und kreativem Einsatz von sich Reden machte. Nicht zuletzt auch durch den ersten Vorgeschmack des neuen Albums - dem verstörend genialen Kracher "Born Free", samt kontroversem Video. Umso zahmer kommt nun die brandneue Single "XXXO" daher, und sorgt so für eine gehörige, aber durchweg positive, Überraschung - einem elktropopigen Ohrwurm, der Formatradio-Hörer und Indie-Kids gleichermaßen begeistern wird.


3. BROKEN SOCIAL SCENE - "SENTIMENTAL X's" (2010)

Die kanadische Indie-Band hat sich im Laufe der Jahre mehr und mehr zu etwas entwickelt, was man ein großes Künstlerkollektiv mit immer anderen Gästen beschreiben könnte. Auch auf ihrem neuesten Streich "Forgiveness Rock Record" machen sie diesem Ruf alle Ehre. Das auf dem wunderbaren Indie-Pop-Kunststück "Sentimental X's" allerdings Amy Millan, Leslie Feist und Emily Haines ihren einzigen und zudem gemeinsamen Auftritt haben, mag beinah verschwenderisch anmuten - aber sorgt für einen wahrlich kostbaren kleinen Moment im zeitgenössischen Pop.


4. FAITHLESS - "NOT GOING HOME" (2010)

Faithless sind zu ihren Wurzeln zurückgekehrt: Passend zur Renaissance eben der Form des Dance, den sie einst in den 90ern entscheidend mitprägten. Und so liefern sie auf ihrer brandneuen Single "Not Going Home" mit relaxtem Spokem-Word-Beitrag von Maxi Jazz und und sphärischen Synthiesalven eine Art "Insomnia 2010". Nach ein paar Hördurchläufen klar: Das Teil ist ein verdammter Hit!



5. ROMAN FISCHER - "LIGHTSCAPE" (2010)

4 Jahre nach seinem letzten Album meldet sich der junge, hochtalentierte Singer/Songwriter und Multiinstrumentalist aus Augsburg mit einem neuen Song zurück: "Lightscape" ist eine pompös nachdenkliche Piano-Pop-Hymne, die den Hörern gesichtsloser Massenbeschallungs-Klone á la Silbermond das treffende Argument entgegenbringt, wie gute deutsche Musik wirklich klingt.



6. THE BLACK KEYS - "TIGHTEN UP" (2010)

Mit ihrem 6. Album haben es die Black Keys auch auf DICH abgesehen. Großartiger Bluesrock mit einem starken Dosis Soul.
Und die erste Single "Tighten Up" entwickelt sich mit memorablem Gesang, Orgel-Tupfern und eingängigen Gitarrenriffs zu einem veritablen Meisterstreich, der sich schon jetzt seinen Platz unter den Song des Jahres reserviert.



7. HOT CHIP - "I FEEL BONNIE" (2010)

Das aktuelle und 4. Album der Indietronic-Nerds aus England ist ein sicherer Fall für die Jahresbestenlisten. Ebenso wie "I Feel Better", die aktuelle Single daraus. Ein Song der selbst nach den x-ten hören keine Abnutzungserscheinungen vorzuweisen hat. Sollte es bei dem einen oder anderen dennoch so sein, der sollte sich mit "I Feel Bonnie", einem housigen Remix im Duett mit Singer/Songwriter Bonnie "Prince" Billy vergnügen - und alle anderen natürlich auch!


8. HOT CHIP - "SHE WOLF" (2010)

Und da die werten Herren einen ausgesprochen ausgeprägten Sinn für Humor besitzen, covern sie kurzerhand den Plastik-Pop-Instant-Hit "She Wolf" von Shakira. Und lassen dabei dann noch tatsächlich das Original weit hinter sich - ganz ohne Scherz!






9. LISSIE - "EVERYWHERE I GO" (2009)

The next big thing: Mit glasklarer Stimme und unwiderstehlich schönen, 60s orientierten Singer/Songwriter-Perlen wie "Everywhrer I Go", wird die junge Dame au Illinois sicherlich bald eine Menge von sich hören lassen.






10. MUNK - "LA MUSICA" (2010)

Jaja...die Rückkehr des guten alten Dancefloor - auch der trendfremdeste Mensch sollte es mittlerweile bemerkt haben. In der Entwicklung des neuen alten Trends rauschen soeben Munk mit ihrer neuen 12" "La Musica" herein - und lassen uns einen funky und catchy Italo-Disco-Kracher da, der schon bald die Tanzflächen zum glühen bringen wird.









Besprochen: FAITHLESS - "THE DANCE"

Der Titel ist Programm: Nachdem sie 2006 mit "To All New Arrivals" in chilligen Sphären schwebten, kehren sie im neuen Jahrzehnt mit "The Dance" zu ihren Wurzeln zurück.

Maxi Jazz, Sister Bliss und Rollo sind seit 1996 besser bekannt als die Dance-Formation Faithless - und zählen seitdem zu den wenigen verlässlichen Überbleibseln jener Zeit. In den letzten Jahren fanden sie zu zurückgenommeneren Klängen - und auf ihrem 2006er Album "To All New Arrivals" zeigten sie sich gar fast gänzlich den chilligeren Klangsphären zugeneigt. Pünktlich zum neuen Siegeszug eben der Form der Dance-Musik, die sie einst mit "Insomnia" oder "God Is A DJ" selbst entscheidend mitprägten, kehren sie auf dem nun vorliegenden 6. Album zu ihren Wurzeln zurück. Und das schaffen sie auf vortreffliche Weise. Schon die erste Single "Not Going Home" sollte dies spätestens nach ein paar Hördurchläufen klar machen: Mit schwebend getragenen Spoken-Word-Passagen von Maxi Jazz und glasklarer und eindringlicher Synthiehookline, präsentiert es sich als eine Art "Insomnia 2010". "Feel Me" gelingt als ein housig energiegeladener Ohrwurm, für den sie die 80er-Band Blancmange als Gastvokalisten reanimierten. "Comin Around" ist ein wie in Trance schwebender und tanzbarer Ohrwurm, der von Dougy Mandagi, dem Sänger der Newcomerband The Tamper Trap begleitet wird. "Tweak Your Nipple" gelingt wieder einmal als Trance-Kracher mit einprägsamen Synthesizern. Wie auf jedem bisherigen Album des Dance-Projekts, darf natürlich auch der Gastbeitrag von Rollo's Schwester nicht fehlen: von Dido! Selbige will, nach den sehr ruhigen und eher nichtssagenden Versuchen ihres letzten Albums "Safe Trip Home" (2008), für ihr neues Album wieder dancigere Wege gehen. Davon gibt sie hier auf den 2 Songs "Feeling Good" und "North Star" eine gute Ahnung. Die Grenzen der Kreativität werden sicherlich auch hier nicht gesprengt - es handelt sich nach wie vor um Dance-Musik. Aber eben um jene mit Seele. Diese war auf dem Vorgänger etwas deutlicher zu spüren und muß hier nun hinter elektronischen Sperenzchen etwas zurücktreten. Aber dennoch weiß das Album durchaus zu überzeugen.

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Freitag, 14. Mai 2010

Besprochen: LCD SOUNDSYSTEM - "THIS IS HAPPENING"

Auf seinem 3. und vermeintlich letzten Album als LCD Soundsystem, bittet James Murphy die Rockgeschichte zum Tanz!

Seit der Debütsingle "Losing My Edge" im Jahr 2002 ist der mittlerweile 40jährige James Murphy, Mitbegründer des Labels DFA Records, unter dem Namen LCD Soundsystem unterwegs - das nun vorliegende brandneue Album "This Is Happening" soll das letzte unter jenem Pseudonym sein. Was aber nicht das Ende seiner musikalischen Karriere sein wird: "Das bedeutet nicht, das ich keine Musik mehr machen werde", sagt er, "nur nicht unter dem Namen LCD Soundsystem". Seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts, als sein selbstbetiteltes Debüt erschien, brachte er mit seinem Mix aus Dance, Punk, Disco, Rock und anderen Elementen, die Indie-Kids zur Ekstase. Nach nun 3 Alben scheint für den Künstler eine natürliche Grenze erreicht: "Das ergibt Sinn für mich, weil nicht sehr viele Leute eine gute vierte Platte machen, oder?". Bei seinem neuen Werk braucht er sich in dieser Hinsicht keinerlei Sorgen zu machen. Oberflächlich betrachtet scheint das Album mit nur 9 Songs recht kompakt geraten - erst auf den 2. Blick offenbart sich, welch einen Brocken er uns hier vorwirft: Die Mehrzahl der hier versammelten Songs spielen sich jenseits der 7-Minuten-Grenze ab. Doch James Murphy nutzt die Gelegenheit sich in den verschiedensten Stilen zu versuchen und
vor dem inneren Auge die großen Namen der Rockgeschichte auf den Dancefloor zu zerren. So gehört auf dem fulminanten Opener "Dance Yourself Clean", der zurückgenommen beginnt, um sich bei gut 3 Minuten in einen Synthie-Kracher zu wandeln, der klingt wie die Killers in gut. Die erste Single "Drunk Girls" ist eine schön rotzig-kompakte Punk-Pop-Offenbarung, in "All I Want" hört man eine deutliche, mit einlullenden Synthesizern untermalte Verbeugung vor David Bowie, und "Pow Pow" kommt hintergründig schillernd und mit einem unwiderstehlich catchy Funk-Groove des Weges. Sicherlich ist es nicht möglich, trotz der hier gebotenen Eingängigkeit, all das was er hier veranstaltet, mit wenigen Hördurchläufen gänzlich zu erfassen. Doch so freuen wir uns über eine famose Platte die mit jedem hören wächst - man darf gespannt sein wie sehr sie noch bis Jahresende gedeihen mag. Eine tadellose Leistung.

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