♪♫♪ ...music makes the people come together... ♪♫♪

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Sonntag, 23. September 2012

Besprochen: MIKA - "THE ORIGIN OF LOVE"

Mika läuft zu seiner persönlichen Höchstform auf, und zeigt sich auf Album No.3 so gut wie nie zuvor!

Wer den Verfasser dieser Zeilen ein wenig näher kennt, der weiß, dass der britische Sänger Mika nie zu seinen ausgesprochenen Favoriten zählte - um es besonders nett auszudrücken. Sein Debüt "Life In Cartoon Motion" (2007) war so etwas wie gnadenlos überzuckerter Bubblegum- Pop, der zwar kurzzeitig bespaßen konnte, einem aber sehr bald gehörig auf den Zeiger ging. Und der Nachfolger "The Boy Who Knew Too Much" (2009) konnte mich dann nur mit seiner Vorabsingle "We Are Golden" hinterm Ofen hervor locken - der Rest war dann eher ein Fall für die Tonne. Seitdem war es ruhiger um dem Herren, der nun aber mit seinem 3. Studioalbum  "The Origin Of Love" zurück kehrt. Eingeläutet wurde es gleich von 2 Songs. Zum einen war da die erste Single "Elle Me Dit" (♪♫♪), die ausschließlich für den französischsprachigen Markt gedacht ist - und auf der internationalen Version in seiner englischen Fassung "Emily" (♪♫♪) enthalten ist. Trotzdem ein gar nicht so übler Dance-Pop-Ohrfänger, der in der englischen Version schon ein wenig mehr gewinnt. Zum anderen war da die erste Single für den Rest der Welt: "Celebrate" nennt sich das gute Stück - wobei "gut" leicht übertrieben ist, und besser mit dem Wort "nett" umschrieben werden kann. Hoffnungen, dass sein neues Album besser werden könnte als seine bisherigen musikalischen Ergüsse, weckt dies freilich nicht unbedingt.

MIKA - Celebrate ft. Pharrell from Celestine on Vimeo.

Auch wenn mir diese Erkenntnis schon beinah bitter aufstößt: mit "The Origin of Love" ist Mika sein bislang mit Abstand bestes Album gelungen. Aber auch hier muss man differenzieren: solche schnarchigen Beiträge wie "Lola" (♪♫♪), welches ausgerechnet die nächst Single werden soll, können einem keine Begeisterungsstürme entlocken. Eine eigentümliche Wahl, könnte das Album doch weitaus famosere Singles abwerfen. Und damit kommen wir zu den starken Momenten des Albums, die häufiger vorkommen als erwartert. So etwa der unaufgeregte, aber fabelhaft gelungene Opener und Titelsong "The Origin of Love" (♪♫♪), oder der  mitreißende Dance-Pop-Kracher "Stardust" (♪♫♪): ein eindringlicher und melodisch tanzbarer Floorfiller, der trotz des unvermeidlichen Benni Benassi auf dem Produzenten-Stuhl, einen wirklich starken Hit abgeben könnte. "Underwater" (♪♫♪) offenbart uns eine getragene und melancholisch verträumte Pop-Perle, die sich vor allem im Refrain zu ihrer vollen Pracht entfaltet. "Overrated" (♪♫♪) stürmt erneut den Dancefloor, und macht dort eine so ausgesprochen gute Figur, dass es sogar seine Standard-Synthie-Beschallung aufwertet. Die warme, von Streichern untermalte Synthpop-Ballade "Make You Happy" (♪♫♪), weckt Erinnerungen an die Pet Shop Boys, "Kids" (♪♫♪) bezirzt als warmer und sanfter Ohrwurm,  und "Heroes" (♪♫♪) verdingt sich als wunderschöne und schwebende Ballade, die  vom ersten Mal an verzaubert. 
Tja - wer hätte für möglich gehalten, dass Mika mich tatsächlich noch mal eines Tages überzeugen würde. Und dazu braucht es eigentlich gar nicht viel: nur gute Musik. Und davon hat er auf "The Origin Of Love" einiges zu bieten. 

Besprochen: MUMFORD & SONS - "BABEL"

Manche nennen es "Stillstand", andere "Beständigkeit" - Mumford & Sons haben es auf ihrem 2. Album ganz einfach zur Kunst gemacht.

Veränderung und Weiterentwicklung ist enorm wichtig - denn ohne sie gibt es keinen Fortschritt, ob in der Gesellschaft, der Wissenschaft oder auch in der Kunst. Doch auch die Beständigkeit ist manchmal durchaus nicht zu verachten - den Beweis dafür treten nun Mumford & Sons an, diese bodenständige und auf ihre eigene sympathische Weise altmodische Folkband aus England. Nachdem sich ihr 2009 erschienenes Debüt "Sigh No More" zum Dauerbrenner entwickelte, und dem Quartett nicht unerheblichen Ruhm einbrachte, bleiben sie seinen hymnischen und einnehmenden Folk-Klängen auch auf ihrem neuen Album "Babel" treu. Es hat sich in der Tat kaum etwas verändert - Marcus Mumford singt sich wieder einmal voller Leidenschaft die Seele aus dem Leib, wir hören dieselben von Banjos und Mandolinen angereicherten Arrangements, und erneut diese erhabenen Melodien, die einem sofort in die Seele kriechen. Zum Auftakt machen sie mit dem Titeltrack "Babel" (♪♫♪), einer eindringlichen Folk-Hymne die unter die Haut geht, deutlich, dass der von ihnen beschrittene Weg genau der richtige ist. Da ist sie wieder, die Magie die einen scohn beim Vorgänger so fesselte. Nachdem sie gleich darauf mit dem mitreißenden Western-Folk-Ohrwurm "Whispers in the Dark" daher galoppieren, sind wir auch schon bei der ersten Single angekommen: der erhebenden Folk-Hymne "I Will Wait" (♪♫♪), die schon in den vergangenen Wochen hungrig auf das neue Werk machte.



Und was danach folgt, ist zwar nichts wirklich neues - aber fast ausnahmslos ganz wunderbares. So wie die traurige und anmutige Ballade "Ghosts That We Knew" (♪♫♪), die einem ohne Umstände das Wasser in die Augen treibt. Mit "Lover of the Light" ist ihnen eine nachdenklich verträumte, und zugleich hell strahlende Perle gelungen, "Hopeless Wanderer" (♪♫♪) erhebt sich zur großartigen, sich stetig steigerndern Hymne, und angefangen als zärtliche Ballade, wächst "Below My Feet" zum emotional fesselnden Folk-Epos heran, das einem keine Ruhe mehr lässt. Ebenso wie das Album - zum Glück, muss man sagen.  Man will bei "Babel" auch einfach gar keine Vergleiche mit dem Debüt anstellen - auch wenn diese durchaus angebracht wären. Nein, man will einfach mit schmelzender Seele diese herrlichen Offenbarungen genießen, welche die Band hier ohne Unterlass auf einen niedergehen lässt. Ein Album das unaufhörlich wächst und wächst - und ohne weiteres zu einem der (Folk-)Highlights des Jahres mutiert. 


Samstag, 22. September 2012

Besprochen: GREEN DAY - "¡UNO!"

"¡Uno! ¡Dos! ¡Tré"-Trilogie, Episode 1:
  Auf der Suche nach den alten Stärken ihrer Vergangenheit, müssen sich Green Day erst einmal durch das Mittelmaß kämpfen. Fortsetzung folgt...

Die amerikanische Punk-Pop-Band Green Day scheint auch nicht aus der Mode zu kommen. Schon Mitte der 90er begeisterten sie die einstige Generation von Jugendlichen mit Hits wie "Basket Case" und "When I Come Around", während auch das dazugehörige Album "Dookie" bei selbigen heiß lief. Das es dann ein wenig still um sie geworden war, sollte sich als nicht weiter schlimm heraus stellen - denn wir alle erinnern uns mit Sicherheit noch zu gut daran, als 2004 ihr Album "American Idiot" einschlug wie eine Bombe. Es wurde ein Konzeptwerk, welches das Amerika der einstigen Bush-Ära an den Pranger stellte, und polit- sowie sozialkritisch für einen wahren Flächenbrand sorgte. Mit dem ebenfalls durchaus erfolgreichen "21st Century Breakdown", folgten sie 5 Jahre später dem Rockoper-Konzept des Vorgängers - wirkten im Gegensatz zu diesem aber etwas verkrampfter. Von diesem Abschnitt ihrer Karriere wollte die Band sich auf ihrer neuen Platte lösen - sie wollten zurück finden zu weniger ernsten Themen und Klängen, und zum einfach gestrickten Punk-Pop ihrer frühen Tage zurück kehren. Nachdem die Band beim vergangenen Album Butch Vig, Mastermind der Band Garbage und Produzent des legendären Nirvana-Albums "Nevermind", als Produzent verpflichten, reanimierten sie für die neuen Aufnahmen ihren langjährigen Stammproduzenten Rob Cavallo. Dabei ist dann nicht nur ein neues Album heraus gekommen, sondern gleich drei. Die erste Episode dieser Trilogie trägt den Titel "¡Uno!", welches soeben erschienen ist - bis Januar 2013 folgen dann noch die Alben "¡Dos!" und "¡Tré!". Schon der erste Eindruck vom Auftakt dieses flotten Dreiers macht klar, dass ihnen die Rückkehr zum altbewährten Bandsound in der Tat gelungen ist. Das ist aber weder Grund zu überschwänglicher Freude, noch zur bitteren Enttäuschung. Denn wer die 3 vorab erschienenen Singles kennt, hat schon eine gute Ahnung von dem, was auf der neuen Platte so los ist. Wobei vor allem die 2. Single "Kill The DJ" äußerst positiv auffällt, und als melodischer und famos tanzbarer Punk-Pop-Ohrwurm begeistert.


Hier macht die Spannungskurve des Albums einen kurzen aber deutlichen Ausschlag nach oben, während sie auf dem Rest des Albums mal leicht steigt und mal abfällt....sich im Durchschnitt aber eher im gemäßigten Mittelfeld einpendelt. Was nicht bedeuten soll, dass es hier keine anderen netten Ohrfänger zu finden gäbe. So kann man mit Nummern wie "Stay The Night", "Fell For You" (♪♫♪), "Sweet 16" (♪♫♪) oder der ersten Single "Oh Love" (♪♫♪), im Grunde genommen nicht viel verkehrt machen. Aber auch der Rest fällt ebenso weder allzu positiv, noch ausgesprochen negativ auf: nett zu hören, kein Grund sich zu ärgern, und nichts was zum hastigen weiter zappen veranlasst. 
In seiner Gesamterscheinung ist "¡Uno!" solider und melodischer, einfach aufgebauter Punk-Pop, an den sich in ein paar Jahren aber wohl kaum noch jemand erinnern wird. Doch man sagt ja so schön: Aller guter Dinge sind drei. Und vielleicht findet die Band auf den beiden noch kommenden Episoden den Weg zu ihren alten Stärken zurück, nachdem sie sich zum Auftakt erst einmal durch das Mittelmaß gekämpft haben. 


Freitag, 21. September 2012

Besprochen: NO DOUBT : "PUSH AND SHOVE"

Masterbänder vertauscht? Das Comeback von No Doubt klingt beinah wie ein wirklich gutes neues Soloalbum ihrer Frontfrau Gwen Stefani. Hervorragender Pop, ohne Frage. Ein neues Album ihrer Band, hat man sich dann aber irgendwie doch ein wenig anders vorgestellt.

Immer und überall, wenn ein einigermaßen bekannter Musiker mit einem neuen Album daher kommt, ist die Presse schnell mit dem Wort "Comeback" bei der Hand. Auf No Doubt trifft dies ausnahmsweise auch wirklich zu. Ganze 11 Jahre mussten Fans der Band auf ein neues Album warten. Wobei ja all die Jahre nicht einmal sicher schien, ob es überhaupt ein neues Album des Quartetts geben würde. Das letzte (und hervorragende) Album "Rock Steady" erschien im Jahr 2001, und mit ihrem Talk Talk-Cover "It's My Life" und der dazugehörigen Best-Of "The Singles 1992 - 2003", verabschiedete sich die Band im Jahr 2003 dann vorerst endgültig. Was danach kam, dürfte manch einen Fan der früheren Tage dann doch etwas irritiert haben. Frontfrau Gwen Stefani begann mit den (erstaunlich guten) Alben "Love. Angel. Music. Baby" (2004) und "The Sweet Escape" (2006) eine höchst erfolgreiche Solo-Karriere, die sich vor allem in handfestem Dance- und Synthie-Pop abspielte, und entwickelte sich des weiteren  zur umfeierten und umschwärmten Mode- und Stil-Ikone. Doch das durfte man ihr keineswegs übel nehmen. Auch wenn No Doubt immer stark im Ska und Alternative-Rock verwurzelt waren, so warfen sie sich spätestens auf ihrem bereits erwähnten letzten Album endgültig dem Pop in die Arme. Deswegen erwarten einen auf ihrem lang ersehnten, und nun endlich Realität gewordenen neuen Album "Push And Shove", auch keine astreinen Alternative-Rock-Stücke. Anfangs kommt der Verdacht auf, dass No Doubt hier dort ansetzten, wo sie einst aufgehört hatten. Das bestärkten sie auch gleich mit der ersten Single "Settle Down": ein Kracher von einem Song, der sich irgendwo zwischen Pop, New Wave und Ska bewegt. Warum dieser nicht weltweit mindestens in den Top 5 der Charts Wurzeln schlug, ist einem allerdings noch immer unbegreiflich. 

No Doubt - Settle Down von universalmusicdeutschland

Eine Rückkehr zu den rockigeren Klängen, wie sie auf der Mehrzahl der Alben der Band zu hören waren, wird auch hier nicht vollzogen. Das was man mit dem typischen Sound der Band assoziiert, findet man hier eher in den Details wieder. So wie dies etwa in der fabelhaften neuen Single, und gleichzeitig dem Titelsong "Push And Shove" (♪♫♪) zu hören ist. Auch im angerockten Synth-Pop-Ohrwurm "Looking Hot" (♪♫♪) kommt dies hübsch zur Geltung - vor allem wenn sie in der Bridge mit Einflüssen aus Raggae und Ska auftrumpfen. Ebenso auch in Nuancen des hübsch melodieverliebten Pop-Ohrfängers "One More Summer" (♪♫♪), der fabelhaften Raggae-Ska-Pop-Nummer "Sparkle" (♪♫♪)  oder dem vom Country geküssten Tearjerker "Undone" (♪♫♪) zu hören. Der Großteil des neuen Albums, klingt dann aber fast mehr nach einer neuen Soloplatte von Gwen Stefani, denn nach einem Bandalbum. Und schuld sind mal wieder die bösen Erwartungen: war die Band zwar schon unlängst beim beinah lupenreinen Pop angekommen, bewahrte sie sich doch immer wieder eine gewisse Eigenwilligkeit, die noch auf "Rock Steady" durch alle Ritzen drang. Doch auf "Push And Shove" hat sich die Band überwiegend einen geschmackvollen und kuscheligen Wohlfühl-Sound verordnet, der auf Songs wie den wunderbar schunkelnden Ohrwürmchen "Easy" (♪♫♪) oder "Gravity" (♪♫♪), dem schicken Synthpop-Song "Undercover" (♪♫♪), oder dem warmen und melodischen Albumcloser "Dreaming The Same Dream" (♪♫♪) gut zur Geltung kommen.
Sicherlich sind ihnen hier ein paar wirklich tolle und unterhaltsame, manchmal gar schmachtende Pop-Songs gelungen, die auch von Totalausfällen gänzlich verschont bleiben. Die jüngeren Fans, die erst bei Gwen Stefani's Solokarriere eingestiegen sind, können und dürfen sich hier freudig die Hände reiben. Als Fan der früheren Tage, wird sich beim neuen Album aber eine gewisse Ernüchterung breit machen. Man muss hier nicht nur oft förmlich nach Gitarren suchen, auch die Eigenwilligkeit und kleinen schrägen Aussetzer, die quasi zum Alltag der Band gehörten, und entscheidend zu ihrem Klangcharakter beitrugen, sind auf der neuen Platte oft beinah verschwunden. Ja, man wird zudem den Verdacht nicht los, dass sogar die erwähnten Solowerke mehr kleine Skurrilitäten zu bieten hatten. Aber wiederum auch keine besseren Songs. So kann man auf "Push And Shove" ohne Frage seinen Spaß haben - wer guten Pop mag, wird hier mit Sicherheit voll auf seine Kosten kommen. Doch ein neues Album von No Doubt, hat man sich dann irgendwie doch ein wenig anders vorgestellt. 





Donnerstag, 20. September 2012

25th Anniversary: MICHAEL JACKSON - "BAD 25"

 Zum 25. Geburtstag alles Gute: im Zuge der lukrativen Verwaltung vom Nachlass des King of Pop, entstand eine Jubiläums-Ausgabe zum "Bad"-Album, die fast durchweg Sinn macht.

Welch ein enormer Erfolgs- und Leistungsdruck auf Michael Jackson getastet haben muss, als er an dem Nachfolger seines Meilensteins "Thriller" aus dem Jahr 1983 arbeitete, kann man sich wohl kaum vorstellen. Bis heute als das wohl  erste perfekte Pop-Album bekannt, welches zudem mit über 100 Millionen verkauften Exemplaren, das mit Abstand meistverkaufte Album aller Zeiten darstellt. Doch diesen offenkundigen Druck, hörte man seinem Nachfolger "Bad", welches im Jahr 1987 erschien, in keiner Sekunde an. 25 Jahre ist dies nun her - ein viertel Jahrundert! Und zu diesem Ehrentag erscheint nun eine entsprechend aufgemotzte Special-Edition unter dem Titel "Bad 25", die das Fan-Herz wohl vor Freude hüpfen lassen wird. Die Hauptrolle spielt natürlich das Original-Album, das in frisch remasterter Fassung aus den Boxen perlt. Und ob digital entstaubt oder nicht: das siebte Album von Michael Jackson war, ist und bleibt ein Meisterwerk, das seinem Vorgänger in kaum etwas nachsteht, und eine Tracklist voll von Klassikern zu bieten hat. Man nehme nur den energiegeladenen und funky tanzbaren Titeltrack "Bad" (♪♫♪), die groovige vom R&B beeinflusste Pop-Perle "The Way You Make Me Feel" (♪♫♪), oder den rockig veranlagten Kracher "Speed Demon" (♪♫♪).  Oder gar den unsterblich grandiosen Pop-Evergreen "Antoher Part Of Me" (♪♫♪), die wunderschöne und zeitlose Ballade "Liberian Girl" (♪♫♪), die bis heute ungebrochen großartige und berührende Weltverbesserungs-Hymne "Man In The Mirror" (♪♫♪), oder solch unerhört genialen Überhits für die Ewigkeit, wie "Dirty Diana" (♪♫♪) und "Smooth Criminal".



Das Album konnte natürlich den extremen Erfolg des Vorgängers nicht ganz wiederholen, ging aber dennoch über 45 Millionen Mal über die Ladentheke und rangiert in den Top 5 der erfolgreichsten Alben aller Zeiten. Und das vollkommen zurecht, stellt es nach "Thriller" ein weiteres Album des King of Pop dar, das sich - gespickt von unzähligen Hits - beinah anhört wie eine Best-of!  Als Bonus-Material haben sich die Verantwortlichen auch ein fettes Paket ausgedacht, das aus dem bisherigen posthum veröffentlichten Material des 2009 auf tragische Weise verstorbenen Sängers, angenehm positiv heraus ragt. Auf der zweiten CD finden sich diverse unveröffentlichte Raritäten, wie Demos aus der "Bad"-Phase, die es nicht auf das Album geschafft haben. Die 1986er Demo-Version von "Don't Be Messin Round" (♪♫♪), welches als Promotion für "Bad 25" als B-Seite zum Re-Release seiner Single "I Just Can't Stop Loving You" veröffentlicht wurde, führt in die zweite Disc ein. Doch seine Highlights finden sich an anderer Stelle. So stellen das melodische und nachdenkliche "Price of Fame" (♪♫♪), das funky mitreißende und enorm hitverdächtige "Al Capone" (♪♫♪), oder die warme Ballade "Fly Away" (♪♫♪), welche bereits auf der 2001er Special Edition des Albums veröffentlicht wurde, die Herzstücke der Disc dar. Die restlichen Demos bleiben harmlos, aber nicht störend - nur die spanische und französische Version von "I Just Can't Stop Loving You", oder die Afrojack- und Nero-Remixe von "Bad" und "Speed Demon", braucht wohl dann doch kein Mensch. Deshalb sei dem Käufer in jedem Fall der Erwerb der Deluxe Edition empfohlen, die zusätzlich eine Live-CD und DVD von seinem legendären Auftritt im Wembley-Stadion 1988 enthält, welches häufig als eines seiner besten Auftritte bezeichnet wird, und nun erstmals veröffentlicht wurde. So stellt diese Edition in der lukrativen Verwaltung des Nachlasses von Michael Jackson, eine positiv sinnvolle Ausnahme dar, die man ohne schlechtes Gewissen kaufen darf. Doch wer das Album "Bad" noch gar nicht besitzt, dem sei der Kauf gar dringend angeraten - denn er wird hier sein blaues Wunder erleben.

Original-Album:



Bonus-Material (Deluxe-Edition):


Sonntag, 16. September 2012

Besprochen: NELLY FURTADO - "THE SPIRIT INDESTRUCTIBLE"

Nach anfänglich großen Hoffnungen, und dann langsam aufkeimenden Zweifeln, wird aus Nelly Furtado's 5. Album doch noch eine respektable Pop-Platte.

Die Geschichte um Nelly Furtado ist eine allseits bekannte. Ursprünglich gestartet in folkig poppigen Sphären, schaffte sie im Jahr 2006 mit ihrem dritten Album "Loose" - und der tatkräftigen Mithilfe von Produzent Timbaland - ihren großen Durchbruch, der stilistisch vor allem von RnB, Dance und HipHop-Elementen geprägt war. Eben der typische Timbaland-Sound, der hier aber sehr gut durch ging, nahm seinerzeit der enorme Timbaland-Hype  erst seinen Anfang. Ihr 3 Jahre darauf erschienenes viertes Album "Mi Plan" war dann ein komplett spanisches, und wieder immer (folk-)poppigen Genre angesiedelt. Kurzweilig war das nett, wirkte aber doch eher wie ein Lückenfüller. Seitdem sind auch schon wieder 3 Jahre ins Land gezogen, aber da steigt die Dame wieder aus der Versenkung und hat dazu ihr neues und 5. Studioalbum "The Spirit Indestructible" im Gepäck. Das dieses wieder in eine ganz neue Richtung zu driften schien, war schon unschwer an den beiden Vorab-Singles abzulesen. Zuerst war da "Big Hoops (The Bigger The Better)", ein famoser, von HipHop und Synthpop beeinflusster Ohrwurm, der gen Ende in einer wilden Drum'n'Bass-Einlage gipfelt.


Und dann folgte der großartige Titeltrack "Spirit Indestructible" (♪♫♪) - anfangs eine von Piano begleitete Ballade, ehe sich rhythmische Drumbeats einschalten, und den Song endgültig zum Hit erheben. Wirkliche Hits wurden nur bislang beide Singles nicht, und verreckten in den Charts meist irgendwo in dem Top 50 - was wohl weniger an der Qualität der Songs, als vielmehr an den Erwartungen der Hörer liegt. So beschreibt auch die Sängerin selbst ihr neues Album als "a friendly punch in the face", was in der Tat manchmal zutreffen könnte. Verstehen wir uns richtig: auch ihr neues Album ist pop as pop can be. Und doch sind es manche Mittel die sie wählte, die im Kosmos der Nelly Furtado so wohl weniger zu erwarten waren. Aber ein paar weitere potentielle Hits hat "The Spirit Indestructible" dann doch noch zu bieten, die durchaus auf Gegenliebe stoßen können. Nehmen wir etwa die 2. US-Single "Parking Lot" (♪♫♪), ein durchweg stimmungsvoller und minimalistischer Elektro-Pop-Ohrwurm mit HipHop-Beats, dessen Refrain nicht mehr als ein paar nanana's und ley,ley's benötigt, um wunderbar zu funktionieren. Den vielleicht besten Song des Albums stellt dann "Bucket List" dar: ein beatiger und einnehmender, von akustischen Gitarren untermalter Pop-Ohrwurm, der weniger durch eine aufregende Produktion, als vielmehr durch eine fabelhafte Melodie besticht. Ja, und auch "Waiting For The Night" (♪♫♪) kann sich als gelungener Latino-Dance-Pop schlagen, der mit Sicherheit das Zeug zum Hit hätte. Damit zeigt sich Produzent Rodney "Darkchild" Jerkins von seiner besten Seite, der den Großteil des neuen Albums verantwortet. Doch was ist hier ausgerechnet mit dem sonst so stilsicheren Salaam Remi los? Zwei seiner drei Beiträge - das etwas eintönige "Something", und das langweilige "The Most Beautiful Thing" - sind ziemliche Rohrkrepierer, während aber immerhin sein letzter Beitrag "Enemy" bei genauerer Betrachtung zünden kann. Das Album beendet sie dann wiederum mit einer kleinen Perle: "Believers (Arab Spring)", offenkundig eine Art Hymne auf den arabischen Frühling, aber auch ein wirklich gelungener Pop-Song. Es wäre allerdings wünschenswert gewesen, dass sie den auf den Singles eingeschlagenen, deutlich unkonventionelleren Weg, auch auf der gesamten Platte konsequenter weiter gegangen wäre. Aber am Ende ist ihr mit "The Spirit Indestructible" dennoch eine respektable Pop-Platte gelungen, die vor allem nach mehrmaligem Genuss durchaus sein Geld wert ist.



Besprochen: P!NK - "THE TRUTH ABOUT LOVE"

Auf dem neuen Album von Pink gibt es vieles - nur Überraschungen zählen nicht dazu.

Für manch einen mag es ja noch immer etwas verwunderlich sein, wie Pink es geschafft hat, auch nach mehr als 10 Jahren noch immer einen gewissen Sonderstatus unter den Mainstream-Sängerinnen für sich zu beanspruchen. Zugegeben: so manch ein Ohrwurm ist ihr dann immer mal wieder gelungen - und sogar unerwartet großartiges, wie einst bei "Dear Mr. President". Songs dieser Liga waren aber dann doch äußerst selten bei ihr zu finden. Kein Beinbruch, denn das was sie bisher so alles verzapft hat, funktionierte an den Ladentheken immer ganz hervorragend. Zuletzt stellte sie dies vor 4 Jahren mit dem (durchwachsenen) Album "Funhouse" unter Beweis, dem 2 Jahre später dann der erste Karriererückblick in Form einer Best-of folgte. Das erinnerte einen wieder einmal daran, dass die Dame doch so einige Hits vorzuweisen hat. Dem werden mit Sicherheit nun noch mehr folgen, denn nun steht auch  ihr 6. Studioalbum "The Truth About Love" in den Läden. Dessen erste Single stürmt ja gerade massiv die weltweiten Charts - auch wenn es sich bei "Blow Me (One Last Kiss)" eher um einen recht netten Pink-Standard handelt, der keine Überraschungen, aber immerhin eine eingängige Melodie zu bieten hat.


Innovation geht anders. Aber dafür war Pink ja eh noch nie bekannt. Es ging ihr eher um soliden und melodisch ohrwurmigen  Pop - mal versetzt mit Elementen aus Rock, Dance und RnB. Und etwas anderes kann und sollt man auch auf der neuen Platte nicht erwarten. Ein paar weitere potentielle Hits sind aber dennoch auszumachen. Da wäre etwa die zweite und brandneue Single "Try" (♪♫♪), die sich als durchaus gelungene Pop-Rock-Ballade darstellt, welche der ersten Single in jedem Fall vorzuziehen ist. Oder etwa "Beam Me Up", welches sich als sanfte und folkig veranlagte Ballade präsentiert. Der Opener "Are We All We Are" macht als dancig-rockiger Uptempo-Ohrfänger auch keine schlechte Figur, dass ziemlich gut gelaunte "True Love" bietet sonnig strahlenden Pop im Duett mit Lilly Allen, und "Where Did The Beat Go?" (♪♫♪) sorgt wieder für einen temporeicheren, aber dennoch nachdenklichen Moment, und bringt gutes Hitpotential mit. Totalausfälle gibt es hier zwar nicht zu bestaunen, und die meisten Ausflüge die sie macht, können sich zurecht als solide schimpfen. Liebhaber von radiofreundlichem Pop-Rock dürfen sich hier durchweg unterhalten fühlen, aber bei Licht betrachtet ist "The Truth About Love" dann doch nur Mittelmaß.