Der amerikanische Folk-Barde unterzieht sich einer nahezu radikalen Neuerfindung - und feiert ein Fest der elektronischen Abstraktion!
5 Jahre sind seit Sufjan Stevens letzten regulären Geniestreich "Illinois" (oder "Sufjan Stevens Invites You To: Come On Feel The Illinois") ins Land gezogen - einem strahlenden Folk-Manifest, das das Terrain des modernen US-Folk-Pop neu absteckte. Wer dem Folk-Barden aus Detroit, Michigan auf diesem Weg leichtfüßig zu folgen bereit war, wird sich bei seinem nun neuesten Werk "The Age Of Adz" fühlen, als habe er sich verlaufen. Denn hier werden alle Grenzen gesprengt, alle Kompromisse über Bord geworfen und mit allen Erwartungen gebrochen. Man darf sogar beinah radikal nennen, was der gewiefte Herr hier ausgeheckt hat. Zwar zeigt er sich mit dem Opener "Futile Devices" (hier anhören!) noch versöhnlich und von seiner bewährten Folk-Manier - doch über den fast sämtlichen Rest des Albums präsentiert er uns elektronsiche Beats und Beiwerke, experimentelle Klanggebilde, Störgeräusche und Synthesizer, die die Songs untermalen. Dabei will er uns gar nicht erschrecken - die Songs die sich unter diesem neuen Soundmantel verbergen, sind so wunderbar wie eh und je, fabelhafte, kunstvoll gesponnene Perlen. Diese These stützt etwa der zweite Beitrag "Too Much" (hier anhören!): Zu einem wunderbaren Pop-Kunstwerk, serviert er futuristisch geprägte Klangbeilagen, die mit Streichern, Bläsern und Orchester eine homogene Verbindung eingehen. Und so zeigt er hier verschiedenste künstlerische Facetten. Der Titelsong "Age Of Adz" (hier anhören!) türmt sich zum schrägen Freak-Folk-Epos auf, um zum Ende in warmer Harmonie versinken. "Now That I'm Older" (hier anhören!) präsentiert sich maximal traumverloren, mit beinah schon Ambient-artiger Unterntermalung und verzückten Frauenchören. "Get Real Get Right" (hier anhören!) überzeugt als Pop-Perle, dessen mächtige Bläser-Sätze der elektronischen Verzierung auf Augenhöhe begegnen. Als Offenbarung erweist sich das formidable "Vesuvius" (hier anhören!), dessen berückend schöne, melancholisch verklärte Vocals von klassischen Folk- und zeitgeistig ins Licht gerückten Elektro-Elementen garniert werden. Und zum krönenden Finale hinterlässt er uns hier mit "Impossible Soul" (hier anhören: Part 1 / Parts 2) einen epischen Brocken von 25 Minuten Spieldauer, das weder vor wundervoll perlenden Melodien, zerhackstückten E-Gitarrensolos, pochenden Elektrobeats, frickelnd experimenteller Soundästhetik oder eigentlich für den RnB archetypischen Vocodergesang halt macht. Dies ist ein Album, das einen vor eine echte Aufgabe stellt. All die Bezüge, Elemente und Sounds wollen erstmal entwirrt und verstanden werden. Doch auch wenn "The Age Of Adz" es einem schwer macht, es auf Anhieb zu verstehen, so fällt es einem dennoch durchaus leicht, es zu lieben - denn wie so oft, will dieses Kunstwerk mit dem Geist wahrgenommen werden, nicht mit dem Verstand. Denn so erkennt man, das Sufjan Stevens hier ein wahres Meisterwerk geschaffen hat.
Aus den Klangsphären von The XX, kommt dieses Debüt in unsere Umlaufbahn geschwebt - und bringt Spuren von Hollywood und den Red Hot Chili Peppers mit von seinem Himmelsritt.
Noch nie etwas von Warpaint gehört? Nein? Kein Drama, denn so wird es sicherlich den meisten dort draußen gehen. Was sich allerdings sehr bald ändern könnte, betrachtet man schonmal den Besetzungswechsel der Band, der zu der nun festen All-Girl-Band führte, bestehend aus Emily Kokal (Vocals/Guitar), Theresa Wayman (Vocals/Guitar), Jenny Lee (Bass/Vocals) und Stella Mozgawa (Drums/Keyboards). Musikalisch kommen sie scheinbar direkt aus den Sphären von The XX in insere Umlaufbahn geflogen - bringen aber auch Spuren von Hollywood und den Red Hot Chili Peppers mit von ihrem Himmelsritt. Zu der früheren Besetzung der Band zählte etwa die Schauspielerin Shannyn Sossamon ("A Knights Tale"), bei ihrer Debüt-EP "Exquisite Corpse" (2008) saß John Frusciante der RHCP an den Reglern, während sein Bandkollege Josh Klinghoffer die Band an den Drums unterstützte. Nun hat man also zum offiziellen Debütalbum "The Fool", zu einer All-Girl-Besetzung gefunden - womit sie in dem deutlich vom männlichen Geschlecht dominierten Indie eine gewisse Sonderstellung einnehmen. Doch die haben sie überhaupt nicht nötig - zumindest nicht aus geschlechtsbedingten Motiven. Denn die Musik der 4 Damen neigt dazu, für sich allein zu sprechen. Auf den 9 Songs ihres Erstlingswerks verbinden sie die melancholische Unterkühltheit der 80er, den Minimalismus des Indie der frühen 90er und wunderbar mehrstimmigen Gesang - und dürfen sich als wohl erste Band das Etikett "Artverwandt mit The XX" aufkleben. Denn ebenso wie ihre Kollegen aus den UK, setzten auch die amerikanischen Mädels von Warpaint die schwarz-weiße Klangästhetik der 80er um - nicht den bunten, grellen und schrillen Pop, der so bezeichnend für diese Dekade wurde. So klingen sie nach melancholischem Post-Punk und frühem New-Wave, gepaart mit psychedlischen Pop-Momenten. Nur allzu schnell kann man sich in den Songs und der melancholischen Atmosphäre verlieren - und sich in sie verlieben. So fesselt einen schon der der Opener "Set Your Arms Down" (hier anhören!) von Angebinn mit seinen psychedelisch verhallten Gitarrenakkorden, dem unterschwellig düsteren Beat und dunkelgrauen Klangdesign. Mit entspannter Atmosphäre und leidenschaftlicher Detailverliebtheit, entwickelt sich "Undertow" (hier anhören!) mit mehrmaligem Hören, immer mehr zum potentiellen Überraschungshit mit Langzeitwirkung. "Baby" (hier anhören!) schwebt als schwerelose und und tieftraurige Ballade daher, und das psychedelische, hochgradig wunderbare, sich gar fast zu hymnischer Größe aufbauende "Shadows" (hier anhören!), bildet das Herzstück der Platte. Ein wunderbares Album - und der perfekte Soundtrack für die grauen, aber auch die goldenen Herbsttage.
Und weiter geht es mit meiner Serie empfehlenswerter Songs. Auch in dieser Liste findet ihr wieder so manche Songs - dabei auch einige exklusive Neuigkeiten! Viel Spaß beim stöbern und entdecken. Let's go...
1. BRUNO MARS - "JUST THE WAY YOU ARE" (2010)
Da scheint jemand auf dem Weg nach ganz oben zu sein: Der junge amerikanische Newcomer Bruno Mars, belegt derzeit mit "Just The Way You Are", der Leadsingle seines Debütalbums "Doo Wops & Hooligans", Platz 1 der US-Billboard-Charts - und hat mit dieser wunderbaren Pop-Perle mehr als eine Chance, auch in Deutschland ein durchschlagenden Hit zu landen. Es wird nicht mehr lange dauern, bis dieser schmachtende Ohrwurm auch bei uns in aller Ohren sein wird.
http://www.dailymotion.com/video/xeqvya_bruno-mars-just-the-way-you-are-201_music
2. NICOLE SCHERZINGER - "POISON" (2010)
So erfolgreich die Pussycat Dolls in der Vergangenheit auch waren, ihrer medienwirksamen Frontfrau Nicole Scherzinger brachte es bisher nicht viel Glück. Bereits für Ende 2007 war ihr Solo-Debütalbum "Her Name Is Nicole" zum Release geplant. Ihre erste Single "Baby Love" konnte in Deutschland zwar einen kleinen Hit landen, fiel beim US-Publikum aber vollkommen durch. Auch die folgenden Singles floppten massiv und ihr Debüt lässt bis heute auf sich warten. Nun steht ihre neue Single "Poison" in den Startlöchern, die von einem weiteren Versuch Scherzinger's zeugt, endlich Solo Fuß zu fassen. Mit RedOne suchte sie sich dafür einen Produzenten, der bereits höchst erfolgreich mit Lady Gaga arbeitete - ob das die Hitqualitäten von Nicole's neuer Single steigert, ist hingegen fraglich. Zwar verbindet sie hier sägende Hard-Rock-Gitarren mit zeitgeistigem Retro-Dance und bringt auch relative Ohrwurmqualitäten mit, aber an einen Hit will man auch bei diesem Song nicht so recht glauben.
http://www.youtube.com/watch?v=bHrMf-d932M
3. ROBYN - "INDESTRUCTIBLE" (2010)
Das Robyn - quasi die weniger extrovertierte Lady Gaga Schwedens - in diesem Jahr anstelle eines neuen Albums, 3 Minialben resp. EP's veröffentlicht, ist ja bereits bekannt. Teil 1 + 2 der "Body Talk"-Trilogie sind bereits zu haben und nun steht uns bald "Body Talk Pt. 3" ins Haus. Wie bereits bei "Hang With Me", das die Single zu "Body Talk Pt. 2" darstellte und schon auf "Body Talk Pt. 1" als Accoustic-Version zu hören war, verhält es sich auch bei ihrer brandneuen Single: "Indestructible" war schon auf "Body Talk Pt. 2" als akustische Version enthalten und erstrahlt nun, als Single zum abschließenden Teil, in vollem Glanz - als großartige Dance-Pop-Perle mit internationalen Hitchancen. Wieder mal ein toller Hit der Dame!
http://www.youtube.com/watch?v=bK5co-dtWqE
4. SHAKIRA - "DEVOCIÓN" (2010)
Nach ihrem letzten und desaströs misslungenen Album "She Wolf" (2009), war man ja bereits gewillt, die rassige Kolumbianerin endgültig abzuschreiben. Und dann zeigt sie uns plötzlich mit ihrem brandneuen Album "Sale El Sol", das sie auch anders kann - und liefert ihr bislang gelungenstes bilinguales Album ab. Neben fast ausschließlich tollen Songs, bietet sie mit "Devoción" ein großartiges Highlight - und einen ihrer besten Songs seit Jahren. Überzeugt euch selbst...
http://www.youtube.com/watch?v=HElH77rwVKA
5. SHAKIRA - "WAKA WAKA (THIS TIME FOR AFRICA)" - K-MIX (2010)
Und alle die sich mit der Original-Version ihres diesjährigen WM-Hits "Waka Waka (This Time For Africa)" schwer taten, wird auf dem neuen Album der Dame mit einem Remix belohnt, der das Warten verdammt nochmal Wert war: Mit einer beatigeren Untermalung, dezent angezogenem Tempo und tollen Coldplay-artigen Gitarren in den Instrumental-Passagen, kann dieser Remix gar noch mehr überzeugen, als sein enorm erfolgreiches Original. Hier der Beweis:
http://video.yandex.ru/users/volkov-denis-v/view/797/
6. HURTS - "STAY" (2010)
Das britische Newcomer-Duo Hurts, das dabei ist sich den Ruf als Pet Shop Boys des 21. Jahrhunderts zu erspielen, ist noch immer mit ihrem Hit "Wonderful Life" auf den oberen Rängen der Charts und legt nun schon die 3. Single aus ihrem Debütalbum "Happiness" vor: "Stay" ist einer der vielen Perlen der Platte und eine großartig 80s-infizierte, pathetisch-schöne Hymne, die auf Anhieb im Ohr bleibt. Hitchancen garantiert, versteht sich!
http://www.mojvideo.com/video-hurts-stay/224adfc82055e9badad2
7. KRAFTWERK - "RADIOAKTIVITÄT" - REMIX (1991)
Wem die spinnerte Politik der schwarz-gelben Regierung auch auf den Senkel geht und insbesondere die Verlängerungen der AKW-Laufzeiten, der findet in diesem neuüberholten Klassiker der wohl einflussreichsten deutschen Band aller Zeiten, eine perfekte Hymne. War das Original aus den 70ern noch der Atomkraft scheinbar zugeneigt (was auch die Konsensmeinung jener Zeit reflektierte), hatten sie 1991 ihre Meinung geändert, was sie in dem Remix des Songs, der auf ihrem einstigen Album "The Mix" Platz fand, in Form eines überarbeiteten Textes deutlich machten. Eine Roboterstimme leitet den Track mit dem Aufzählen von Atomkatastrophen ein ("Tschernobyl, Harrisburgh, Sellafield, Hiroshima"), während sie das Lied mit dem veränderten Text "Stoppt Radioaktivität, weil's um unsere Zukunft geht", und "Strahlentod und Mutation, durch die schnelle Kernfusion" versahen. Ein famoser Remix, der zu diesem Anlass einen zweiten Frühling erleben sollte.
http://www.youtube.com/watch?v=RSklFgKlGEk
8. ACE OF BASE - "BEAUTIFUL LIFE" (1995)
Jaja....Ace Of Base...das einstige Pop-Phänomen der frühen 90er, ist mit einem neuen Album zurück - ihr erstes seit 8 Jahren. Und auch das erste in neuer Besetzung. Die männliche Hälfte um Ulf Ekberg und Jonas Berggren ist identisch geblieben. Doch nachdem die beiden Sängerinnen Linn und Jenny im Jahr 2007 bzw. 2009 die Band verließen, wurden 2 neue singende Damen rekrutiert. Diese nun unter dem bisherigen Namen Ace Of Base getarnte Mogelpackung hat, gepaart mit songschreiberischer Einfallslosigkeit, das neue Album komplett gegen die Wand gefahren. Dabei hat das ursprüngliche Quartett einst die weltweiten Charts mit so einigen Perlen gestürmt. Die tolle Dance-Pop-Hymne "Beautiful Life" war eine davon...
http://www.youtube.com/watch?v=Pyly3JtXoy4
9. THE TING TINGS - "HANDS" (2010)
Im Jahr 2008 sorgte das britische Dance-Pop-Duo The Ting Tings mit ihrem Debüt "We Started Nothing", für eine ordentliche Sensation in der Pop-Welt. In Kürze soll nun Album No.2 folgen - das NICHT "Kunst" heißen wird, wie fälschlicherweise im deutschen Wikipedia behauptet wird. Der echte Titel ist noch nicht bekannt - dafür aber die erste Single "Hands". Und die zeigt sich als fresh groovender und ohrwurmiger Dance-Pop-Hit, der nahtlos an die alten Erfolge anknüpfen kann. Wir sind gespannt was das Zweitwerk bringen wird.
http://www.youtube.com/watch?v=iCyvqSohCWE
10. ALPHAVILLE - "I DIE FOR YOU TODAY" (2010)
Man will ja fast sagen: Die alten Helden sind zurück! Diesen Titel hat sich die deutsche Band Alphaville durchaus (fast) verdient, konnten sie doch mit "Forever Young", "Big In Japan" oder "Sounds Like A Melody" Welthits landen, bei denen selbst die Engländer und Amerikaner in den 80ern vor Neid erblassten. Viel großes kam seitdem allerdings nicht mehr, dabei ist ihr letztes Album mit 7 Jahren gar nicht mal so unglaublich alt. Nun versuchen sie es jedenfalls erneut - und davon zeugt nun bereits die erste Single "I Die For You Tonight". Und die ist ein 80s-verliebter, melodischer und durchaus sympathischer Synthie-Pop-Song geworden, der mit mehrmaligem Hören - trotz anfänglicher Skepsis - durchaus ohrwurmige Tendenzen aufweisen kann. Was da tatsächlich geht, zeigt die Langzeitwirkung. Bildet euch eure eigene Meinung:
http://www.youtube.com/watch?v=qYOl2SXTAK0&feature=related
Shakira ist auf ihrem neuen Album wieder zur Vernunft gekommen - sie kehrt dem Fließband-RnB des Vorgängers den Rücken und wendet sich wieder weiter ihren Wurzeln zu.
Mit Shakira war es ja immer schon so eine Sache. Die überaus talentierte und fähige Kolumbianerin machte es einem immer wieder schwierig, mit ihr auf Albumlänge zufrieden zu sein. An Hits mangelte es der Dame nie - doch zumindest mit ihren bilingualen Alben, die mit "Laundry Service" (2001) ihren Anfang nahmen und seither neben spanischen auch englischsprachige Songs der Sängerin enthielten, hatte sie nicht viel Glück. Eben genanntes konnte noch mehrheitlich überzeugen, das im Jahr 2005 veröffentlichte "Oral Fixation Vol.2" erzeugte dagegen größtenteils gepflegte Langeweile und das letztjährige Album "She Wolf", geriet unterdessen zum völligen Desaster - und zu einem der schlechtesten Alben des vergangenen Jahres...meiner Meinung nach. Nach derartigen Ergüssen kann einem da schonmal die Vorfreude auf eine weiteres Werk der Dame abgehen. So wie in meinem Fall geschehen. Doch das erste Hören des neuen Albums "Sale El Sol", sorgt für eine gehörige Überraschung. Sie wendet sich hier komplett vom gähnend langweiligen Fließband-RnB des desaströsen Vorgängers "She Wolf" ab und kehrt wieder weiter zu ihren Wurzeln zurück. Auch dem bisherigen Konzept ihrer bilingualen Alben, 2 knappe Hände voll englische Songs mit einer ausgewählten Anzahl spanischer Versionen der Albumstracks zu strecken, bricht sie hier. Diesmal hat sie 11 Songs zusammen bekommen, die sich in der Mehrheit als äußerst gelungen herausstellen. Da wäre etwa der wunderbare eröffnende Titelsong "Sale El Sol" (hier anhören!), der Erinnerungen an "Fijación Oral Vol.1", ihrem letzten durchweg gelungenen Album, weckt. Die erste Single "Loca" (hier anhören!) outet sich als catchy tanzbarer Latino-Pop-Kracher, mit tatkräftiger Beihilfe des britischen Rappers Dizzee Rascal. "Antes De Las Seis" (hier anhören!) offenbart sich als warme, vom Piano und Akustikgitarre getragene, traumverloren leidenschaftliche Ballade, "Addictet To You" (hier anhören!) empfiehlt sich als stampfend tanzbarer Latino-Ohrwurm, "Lo Que Mas" (hier anhören!) zeigt sich als warme, von Piano und Streichern abgerundete Ballade, "Mariposas" (hier anhören!) ist ein gelungener Popsong, das wieder stark vom Latino-Sound geprägte "Rabiosa" (hier anhören!) stürmt unter Hilfe von Pitbull wieder in Richtung Dancefloor, "Deveción" (hier anhören!) könnte einen veritablen und massiven Hit abgeben und auch ihr diesjähriger WM-Hit "Waka Waka (This Is Africa)" ist hier zu finden, der vor allem in dem hier ebenfalls vertretenen K-Mix (hier anhören!) eine tolle Figur macht. Alles in allem wahrscheinlich ihr bislang bestes bilinguales Album.
Und wieder mal ein Mixtape von mir, mit 10 Songs die ich empfehlen möchte. Dem gibt es nicht viel hinzuzufügen. Drum keine langen Reden schwingen, lieber loslegen...
1. GORILLAZ feat. Daley - "DONCAMATIC (ALL PLAYED OUT)" (2010)
Das die virtuelle Primatenband Gorillaz, eine Kopfgeburt des Blur-Frontmannes Damon Albarn, mit ihrem aktuellen Konzeptwerk "Platic Beach" einen der größten Pop-Momente des Jahres 2010 vorgelegt haben, ist bereits hinlänglich bekannt. Nun lassen sie mit einem brandneuen Song von sich hören, der im November veröffentlicht wird. Gemeinsam mit dem britischen Sänger Daley schmiedeten sie hier den unwiderstehlichen poppigen Ohrwurm "Doncamatic (All Played Out)", der auf Anhieb ins Ohr geht. Nachdem zum Debütalbum "Gorillaz" (2001) die Remix- und Raritäten-Compilation "G-Sides", und zum zweiten Album "Demon Days" (2005) eine ebensolche unter dem Titel "D-Sides" erschien, aus der auch mit "Rock It" eine neue Single hervorging, steht die Vermutung im Raum, das es sich mit dieser Single um einen neuen Beitrag einer vielleicht kommenden Compilation mit dem logischen Tiel "P-Sides" handeln könnte. To be continued...
http://www.youtube.com/watch?v=PwKcXfUmLkk
2. ROBBIE WILLIAMS - "HEART AND I" (2010)
Die Versöhnung mit seinen alten Bandkollegen von Take That, soll sich als glückliche Fügung für Robbie Williams herausstellen. Denn eben diesem Umstand, hatte er bereits die erste Single zu seiner neuen Best-Of "In And Out Of Consciousness" zu verdanken: Das wunderbare Duett "Shame" mit Gary Barlow. Doch seine Best-Of hat auch einen weiteren neuen Song zu bieten, der ebenfalls gemeinsam mit Gary Barlow komponiert wurde und die neue Single noch bei weitem überbietet: "Heart And I" wird gar zu einem der besten Songs, die man in den letzten Jahren von Robbie gehört hat.
http://www.youtube.com/watch?v=xNcW_TfYQBQ&feature=related
3. TAKE THAT - "THE FLOOD" (2010)
Das die Versöhnung Robbie William's mit der Reunion von Take That in ihrer Urbesetzung endete, ist bekannt. Und welch wundervolle Früchte diese Reunion tragen kann, beweist bereits die erste GRANDIOSE Single: "The Flood" ist eine mitreißende, einnehmende und memorable Pop-Hymne, die sogar dem himmelsstürmenden "Patience" Konkurrenz macht. Wir dürfen uns eine Menge erhoffen von dem Reunion-Album , das im November erscheint - vielleicht wird es sogar das beste, was man je von Take That gehört hat. To be continued...
http://www.youtube.com/watch?v=UhgiAABoTRI
4. P!NK - "RAISE YOUR GLASS" (2010)
Die letzten musikalischen Ergüsse von P!ink konnte man mit gemischten Gefühlen sehen. So gelungen die Single "Sober" vom vorangegangenen Album "Funhouse" auch war, so entsetzlich war dessen erste Single "So What". Das auf ihrer brandneuen Single "Raise Your Glass" mit Max Martin derselbe Produzent am Werke ist, wie auch auf dem fürchterlichen "So What", ist fast Ironie, da die vorliegende neue Single um Längen besser gelungen ist, als der höchst erfolgreiche Vorgänger. So gibts hier von P!ink mal wieder einen wahrhaft gelungenen Hit auf die Ohren, der übrigens als Vorbote für ihr in Kürze erscheinendes Best-Of-Album "Greatest Hits...So Far!" steht.
http://www.youtube.com/watch?v=XIyHpWmna9U
5. LADY GAGA - "NOTHING ON (BUT THE RADIO)" (2010)
Kürzlich hat Lady Gaga ja bereits bestätigt, das das Nachfolgelabum zu ihrem Erfolgsdebüt "The Fame" und dem Appendix "The Fame Monster" fertig sei - der Release soll Anfang 2011 folgen. Ob der Song "Nothing On (But The Radio)", der kürzlich im Netz auftauchte, auch tatsächlich darauf zu hören sein wird, ist noch nicht offiziell bekannt. Hier könnt ihr diesen eingängigen Pop-Song schonmal hören - ein solider Ohrwurm, bei dem einem aber nicht unbedingt der Schalter rausfliegt.
http://www.youtube.com/watch?v=Noj1O6cfsdY&feature=related
6. WILLOW SMITH - "WHIP MY HAIR" (2010)
Was kann man von einer 9-jährigen musikalisch erwarten? Scheinbar eine Menge, wenn es sich um die Tochter von US-Schauspieler Will Smith handelt. Ihre erste Single "Whip My Hair", die die kecke junge Dame gemeinsam mit dem Produzenten Jukebox komponierte, zeigt sich als durchaus catchy RnB-HipPop-Ohrwurm auf Höhe der Zeit, von dem sich manche große Dame des Musikbusiness, noch eine kräftige Scheibe abschneiden könnte. Hier könnt ihr in den Song reinhören, der erstaunlich an Rihanna erinnert!
http://www.youtube.com/watch?v=IvV3l-dbRTI
7. RIHANNA feat. DAVID GUETTA- "WHO'S THAT CHICK" (2010)
Apropros Rihanna: Diese Dame ist auch wieder sehr geschäftig. Nur ein Jahr nach ihrem letzten (tollen) Album "Rated R", steht nun schon ihr neues und 5. Album "Loud" in den Startlöchern. Die erste Single "Only Girl (In The World)" ist bereits im Umlauf, die nächsten Singles sind mit "What's My Name" und "S&M" bereits geplant. Und nun taucht dieser Tage ein brandneuer Track auf, produziert von David Guetta. "Who's That Chick" heißt das Stück und bietet eine sehr solide Dance-Pop-Nummer, die man als archetypisch für die Arbeitsweise von Guetta bezeichnen könnte. Ob der Song auch auf ihrem neuen Album zu hören sein wird, ist noch nicht bekannt. Dieses Stück könnte auf den Tanzflächen durchaus funktionieren - im heimischen Wohnzimmer tut es das zumindest schonmal recht gut. Das zeichnet allerdings eher Rihanna als Guetta aus, denn es verdeutlicht: Gute Featuregäste kriegt auch David Guetta nicht kaputt...
http://www.youtube.com/watch?v=hIY_ER0rYVY
8. KELLY ROWLAND - "FOREVER AND A DAY" (2010)
...was sich ebenfalls auf die 2. Single von Kelly Rowlands neuem, im November erscheinendem Album anwenden lässt. "Forever And A Day" zeigt sich als durchaus gelungene Dance-Pop-Nummer aus dem Hause Guetta, die mehr überzeugen kann, als das zuvor als Single veröffentlichte "Commander". Man will David Guetta sicherlich nichts böses, aber aufgrund seiner in letzter Zeit doch recht arg einfältigen Produktionsarbeit, ist nicht zu hoffen, das noch mehr von ihm produzierte Songs auf ihrem neuen Album "Kelly Rowland" zu hören sein werden. To be continued...
http://www.youtube.com/watch?v=ClDEMhhtoEk&feature=related
9. KINGS OF LEON - "PYRO" (2010)
Im wenigen Tagen erscheint endlich das ersehnte neue Album "Come Around Sundown" der US-Band Kings Of Leon. Und es muss gesagt werden, das es seinem tollen Vorgänger "Only By The Night" in nichts nachsteht. Zwar springen einem die Hits hier nicht auf Anhieb ins Gesicht, aber mit jedem Hören schälen sich mehr Perlen aus diesem Werk heraus. Einer von ihnen ist zweifellos dann großartige "Pyro", das ihr hier hören könnt.
http://www.youtube.com/watch?v=V_bSwovalx8
10. MARIAH CAREY - "OH SANTA" (2010)
Im Jahr 1994 gelang Mariah Carey etwas, das im Musikbusiness vergleichsweise selten vorkommt: Sie schuf mit "Merry Christmas" eines der wenigen gelungenen und komplett unpeinlichen Weihnachtsalben, das man sich auch heute noch alle Jahre wieder mit schmelzender Seele anhören kann. Doch das wird vielleicht in Jürze nicht mehr nötig sein - denn im kommenden Monat kommt nach 14 Jahren Nachschub mit dem Nachfolger "Merry Christmas II You". Die erste Single daraus nennt sich "Oh Santa" und zeigt sich als beatiger, catchy melodischer und wahrhaft gelungener und zwingender Pop-Ohrwurm, der einen mit guter Laune in die Festtage einziehen lässt. Wenn das mal keine frohen Weihnachten werden...
http://www.youtube.com/watch?v=Q-omFuN2uKo
Mit Album No.5 gehen die Amerikaner wieder weiter zu ihren Wurzeln zurück - und liefen erneut ein Werk von überragender Qualität.
Schon die ersten 3 Alben "Youth And Young Manhood" (2003), "Aha Shake Heartbreak" (2004) und "Because Of The Times" (2007) der Familien-Band aus Tennessee, um die Brüder Nathan, Caleb + Jared, sowie ihren Cousin Matthew Followill, entwickelten sich von Anfang an zu wahren Kritikerlieblingen, die ihnen zudem auch zu wahrem Ruhm innerhalb der Indie/Alternative-Szene verhalfen. Der plötzliche kommerzielle Durchbruch mit dem 4. Album "Only By The Night" (2008), sowie den Single-Hits "Sex On Fire" (hier anhören!) und "Use Somebody" (hier anhören!), schien dann gar nicht so unlogisch. Wagte sich das Quartett doch hier soweit in die Stadien dieser Welt, wie auf keinem Album zuvor. Plötzlich perlten ihnen die Hits aus den Ärmeln, als wäre es nie anders gewesen. Das war es genaugenommen auch nicht. Schon früher waren sie für diverse Song-Perlen zu haben, diese waren aber hinter mehr Ecken und Kanten versteckt. Einen "altgedienten" Hörer der Band, konnte das auf den ersten Blick vielleicht ein wenig abschrecken. Das brauchte es aber keinesfalls - denn trotz der neuen Eingängigkeit, schufen sie ein wahrlich grandioses Album. Nicht ihr bestes (diesen Titel trägt schon "Because Of The Times"), aber ein Kunststück, das ihrem bisherigen Backkatalog quasi auf Augenhöhe begegnete. Zwei Jahre später steht nun das 5. Studioalbum der Band in den Starlöchern - mit Sicherheit DAS Album der Kings Of Leon, dem so viele Menschen wie noch nie zuvor entgegen fieberten. Man könnte sagen, das sie auf "Come Around Sundown" ein wenig mehr zu ihren Wurzeln zurückgehen. Die ausgefuchste Rotzigkeit eines "Charmer" (hier anhören!) wird hier zwar nicht erreicht, und auch der Grundgedanke des Sounds, hebt sich nicht erheblich von seinem berühmten Vorgänger ab. Dennoch gehen sie hier deutlicher zu ihren Wurzeln im Southern-Rock zurück. Und beim ersten Hördurchlauf, springen einem nicht gleich auf Anhieb die Hits in Gesicht. Den erst beim letzten Album eingestiegenen Hörern sei dringend empfohlen, ob dieser Tatsache nicht zu vorschnell über das neue Werk zu urteilen. Das wäre ein fataler Fehler! Lässt man ihm erstmal ein wenig Raum sich ganz zu entfalten, erkennt man, das ihnen mit "Come Around Sundown" erneut ein Album von überragender Qualität gelungen ist. Mit jedem mal gewinnen die Songs mehr an Kontur - bis ihre Magie einen fesselt! Dies sind Songs, die die volle Aufmerksamkeit des Hörers brauchen, um zu wachsen - und nicht wenige von ihnen ragen schon sehr bald bis weit in den Himmel hinauf. Ein Paradebeispiel dafür liefert etwa der Opener "The End" (hier anhören!), das sich wie ein Kathedrale in schwindelerregende Höhen schraubt. Schon bald wird man zum gänzlich wunderbaren "The Face" (hier anhören!) und seinen großartigen Gitarrenwunderwerken dahin schmelzen. Schon auf Anhieb offenbart sich das getragene "Pyro" (hier anhören!) als die famose Hymne, die es auch tatsächlich ist. Und bald schon kriegt einen die Herrlichkeit des schwebenden "Beach Side" (hier anhören!), "No Money" (hier anhören!) versprüht schnell Hitqualitäten, der catchy Gitarrenhookline im entspannten "Pony Up" (hier anhören!) kann keiner lange wiederstehen und "Birthday" (hier anhören!) entwickelt gar rasch zum weiteren potentiellen Band-Klassiker. Ein tadelloses Album, das mehr zu bieten hat, als der erste Eindruck vermittelt.
Die Welle der britischen Pop-Damen rollt kräftig weiter und reisst nun auch die Tochter von Sting mit sich - mit erstaunlich mitreißenden Ergebnissen!
Nachdem die (augenscheinlich männlich dominierte) britische Indierock-Welle des Jahres 2005, zum Ende selbigen Jahrzehnts langsam abebbte, war es im Grunde nur eine Frage der Zeit, bis sich ein neuer Hype gefunden hatte, der eine musikalische Trendwende im vereinigten Königreich auslösen sollte. So haben es halbwegs im vergangenen Jahr schon La Roux oder Florence & The Machine vorgemacht, die ihrerseits mit charismatischen Frontfrauen glänzten. 2010 ging dann in Puncto weiblicher Dominanz in die Vollen und brachte etwa Marina & The Diamonds oder Ellie Goulding als Galionsfiguren der neuen Welle hervor. Ihnen gesellt sich nun die 20-jährige Coco Sumner alias I Blame Coco hinzu - und kann nahtlos an die Qualitäten ihrer Mitstreiterinnen anknüpfen. Das sie zudem die Tochter von Sting ist, soll hier nur Randnotiz bleiben. Denn was Töchterchen auf ihrem Debütalbum so treibt, hat mit ihrem berühmten Daddy rein gar nicht zu tun. "The Constant" ist Pop as pop can be, den sie vor allem mit Dance-Einflüssen der 80er und 90er, aber gelegentlich auch mit Rock- und Raggae-Versatzstücken anreichert. Dafür holte sie sich ein Produzententeam an Bord das sich von Schweden (Klas Åhlund) über England (Dave McCracken) bis nach Australien (Steve Kipner, Sam Dixon) erstreckt. Viele Köche sind hier am Werke, die den Brei allerdings nicht verderben, was sicherlich zum Mörderanteil der Tatsache geschuldet ist, das die junge Dame Hauptautorin ihrer Songs ist. Zeitgeistiger Retro-Dance-Pop wird einem hier dargeboten, der vor allem bei mehrmaligem hören immer mehr Ohrwürmer aus dem Boxen hüpfen lässt. In den letzten Monaten kündeten bereits die ersten Singles, das hier etwas feines kommen könnte. Sowohl die Debütsingle "Caesar" (hier anhören!), ein Dance-Ohrwurm im Duett mit Robyn, und "Self Machine" (hier anhören!) ein äußerst melodischer Pop-Hit mit Dance-Einflüssen, machten extrem neugierig auf dieses Album. Und es kann die Erwartungen nicht nur erfüllen, sondern gar übertreffen. So outet sich etwa die nächste Single "In Spirit Golden" (hier anhören!) als 80s-infizierter Dance-Pop und als ihre bislang hitverdächtigste Single-Veröffentlichung aus. Das ebenfalls chartreife "Quicker" (hier anhören!) verbindet poppig, arrangierte Verse mit Synthiepiano-lastigem Refrain, samt 80s-infizierten Soundbeigaben, zu einem gnadenlos tollen Pop-Moment. "Please Rewind" (hier anhören!) bedient sich vortrefflich den Skills der elektronischen Tanzvergnügen der 80er, "Summer Rain" (hier anhören!) bietet in melancholischerer Stimmung einen dezenten, aber wunderbaren Rückblick in die frühen 90er Jahre, "Party Bag" (hier anhören!) kommt als dezenter aber überzeugender NewWave-Pop des Weges und "No Smile" (hier anhören!) beerbt sehr gelungen den Dub-infizierten Stil der frühen Ace Of Base. Aber auch das Neil-Young-Cover "Only Love Can Break Your Heart" (hier anhören!) gelingt ihr mit stark von den frühen 90ern inspirierten Mitteln und Balladen stehen ihr auch vortrefflich zu Gesicht, wie sie mit dem abschließenden "It's About To Get Worse" (hier anhören!) verdeutlicht. In seiner Gesamtheit schenkt uns Coco mit "The Constant" ein Pop-Album, das sicherlich so manchen von uns die nahende trübe Jahrezeit versüßen wird.
