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Donnerstag, 11. Februar 2010

Besprochen: PETER GABRIEL - "SCRATCH MY BACK"

Der einstige Großmeister des Art-Rock meldet sich nach 8jähriger Schaffenspause zurück - mit einem Cover-Album!

Er war der Mann, der Genisis in ihren frühen Jahren zu einem grandiosen Art-/ Prog-Rock-Erlebnis machte - ehe Phil Collins die Band nach Peter Gabriel's Ausstieg zur Schlagerkombo verkommen ließ. Desweiteren kann Gabriel auf eine sehr einflussreiche und tiefgeistige Solokarriere zurückblicken, die mit "Solsbury Hill", "Don't Give Up" (im Duett mit Kate Bush) oder "Sledge Hammer" manch einen Evergreen hervorbrachte. 8 Jahre nun nach seinem letzten Studioalbum "Up", legt der einstige Großmeister des Art-Rock sein neuestes Werk vor. Und es ist ein Cover-Album! Nicht selten hinterlässt dieser Begriff einen pelzigen Nachgeschmack auf der Zunge - so hatte sich doch schon so manch ein Künstler an dieser Aufgabe schwer verhoben. In zu viele Fallen kann man bei so einem Vorhaben tappen - doch es ist schon nach der Hälfte von "Scratch My Back" klar, das Gabriel sie alle meisterlich und elegant umgeht als gäbe es nichts natürlicheres. Statt mit sattem, rockigen Sound schlägt er sich in orchestralem Gewand durch die Songs, der jedoch nie schmalzig oder kitschig klingt und dem Album einen deutlichen roten Faden verleiht. Zudem sei bereits hier erwähnt: die Songauswahl ist ausnahmslos großartig! Das ist schonmal die halbe Miete. Die andere Hälfte besorgt er durch seine Interpretationen: allen Songs vermag er seine ganz persönliche Note zu verleihen! Nichts hier wird stur kopiert, alles wird neuinterpretiert! So kommen etwa David Bowie's "Heroes" oder Paul Simon's "The Boy In The Bubble" in stark gedrosseltem Tempo daher, das den Songs völlig neue Tiefe verleiht. Famos zu beobachten, wie sehr er Bon Iver's "Flume", "My Body Is A Cage" von Arcade Fire oder "Listening Wind" von Lou Reed verinnerlicht, Regina Spektor's "Après Moi" voll und ganz für sich gewinnt oder die Großartigkeit von Radiohead's "Street Spirit (Fade Out)" in noch düstere Abgründe saugt! Peter Gabriel ist hier ein Album gelungen, das nicht aus der Not und Einfallslosigkeit heraus geboren wurde, sondern ein grandioses und kunstvolles Denkmal setzt! Selten hat man ein Cover-Album von solch hoher künstlerischer Relevanz gehört!

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Newcomer-Check 2010 : THE DRUMS / Besprochen: THE DRUMS - "SUMMERTIME EP"

THE DRUMS
Nicht erst seit gestern ist uns bekannt, das Brooklyn zum neuen Kreativzentrum des zeitgenössischen Indie mutiert ist. Die Liste der kreativen und experimentierfreudigen Köpfe von Animal Collective über MGMT bis TV On The Radio ist lang. Nun kommen Adam Kessler (Gitarre), Jacob Graham (Gitarre), Jonathan Pierce (Vocals) und Connor Hanwick (Drums) als The Drums (Foto oben, von links nach rechts) daher, mit dem Ziel, der verkopften Brooklyner-Szene puren Pop entgegenzusetzen. Hierbei vermischt die Band Surf-Rock der 60er mit Post-Punk der späten 70er und Shoegaze der End-80er zu einem äußerst begeisternden Sound den es so wahrscheinlich auch noch nicht gegeben hat - und sehen dabei leckerer aus als jede Boygroup! Zwar existiert die Band in ihrer jetzigen Besetzung erst seit vergangenem Jahr, aber der Hype um die Band ist schon jetzt enorm, ehe überhaupt ihr Debütalbum vorliegt. 2009 versetzte bereits die Single "Let's Go Surfing" die Hörer auf beiden Seiten des Atlantiks in Verzückung! Soeben ist ihre erste EP "Summertime" erschienen, die diesen Hit und 6 weitere Songs der jungen Band beinhaltet. Das Debütalbum soll noch in der ersten Jahreshälfte 2010 erscheinen! Im Januar 2010 schmückte die Band das erste Titelbild des neuen Jahrzehnts des NME! Und ihre Prognose, der man nur zu gerne Glauben schenken will, lieferten sie mit der Überschrift: "The New Decade In Music"!



THE DRUMS - "SUMMERTIME - EP" (2010)
Die erste EP der jungen Brooklyner Band, die 7 Songs umfasst und als Appetit-Happen gereicht wird, für das was da mit dem Deütalbum noch kommen wird. Und spätestens nach dem 3. Hördurchlauf dieser famosen EP, wird aus dem Appetit förmlich Heißhunger! Was die 4 Schönlinge hier an unterschiedlichsten Referenzen zusammenrühren, hat man so bislang auch noch nicht erlebt. Auf dem Hit "Let's Go Surfing" vereinen sie geschickt die Beach Boys mit The Smiths, auf "Don't Be A Jerk, Johnny" vermag man Afro-Beat à la Vampire Weekend zu vermuten, "Submarine" zitiert Joy Division im Terrain des 80er-Shoegaze, das himmlische "Down By The Water" erinnert sehr an The XX und mit "I Felt Stupid" kredenzen sie uns einen himmlisch melodischen The-Smiths-Pop-Evergreen. Betrachtet man was die Jungs hier vorlegen, dann kann es mit ihrem Debüt ja nur gut gehen. So warten, hoffen und sehnen wir und beglücken uns selbst solang mit diesen hübschen Perlen von Songs!

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Besprochen: ONE REPUBLIC - "WAKING UP"

Massenkombatibilität Deluxe: Mit ihrem neuen und zweiten Album werden Ryan Tedder & Co. wieder einmal die Massen scharenweise begeistern - und das ist ausnahmsweise auch gut so!

Der Anfang ihrer Karriere lief zunächst schleppend voran - erst als Timbaland der US-Band mit seiner Neubearbeitung ihres Songs "Apologize" hilfreich unter die Arme griff, war ihr weltweiter Durchbruch besiegelt. Weitere Hit-Singles und das massiv erfolgreiche Debütalbum "Dreaming Out Loud" folgten, sowie eine Reihe von Welthits die Bandkopf Ryan Tedder als neuer Songwriter der Stunde unter Musikerkollegen wie Leona Lewis ("Bleeding Love"), Beyoncé ("Halo") oder Jordin Sparks ("Battlefield") streute. Nun liegt das 2te Album "Waking Up" vor! Hier gehen sie erwartungsgemäß den Weg weiter, den sie mit ihrem Debüt eingeschlagen haben: melodischer Pop-Rock ohne große Experimente, dafür aber hymnisch und mitreissend - Masstauglichkeit auf höchstem Niveau sozusagen! Natürlich ist hier (wie auf fast jedem Mainstream-Album) nicht alles Gold was glänzt. Auch hier offenbaren sich ein paar Hänger. So sind "Fear" oder "Lullaby" im Grundansatz wirklich schön und gut gemeint, lassen den Hörer aber stets darauf warten das der Song endlich richtig losgeht. Doch die Haben-Seite überwiegt auf der Platte deutlich. Da hätten wir etwa die erste Single "Secrets", ein beatiger Pop-Ohrwurm der bereits als Titelsong des Films "Zweiohrküken" Bekanntheit erlangte. Oder die neue Single "All The Right Moves", eine mitreißende und großartige Pop-Hymne, die sogar "Apologize" alt aussehen lässt. Oder im weiteren Verlauf des Albums das beatige und gut gelaunte, melodische "Everybody Loves Me", das sich Robbie Williams für sein neues Album gewünscht hätte, das sich langsam steigernde und mit einem gewissen Hang zum Experiment spielende "Missing Persons Pt. 1&2", die sanfte und herrlich melodische Pop-Perle "Good Life", die atmosphärische treibendere Pop-Rock-Hymne "Waking Up" oder das geniale "Marching On", das auch in überarbeiteter Fassung auf dem neuen Album von Timbaland zu hören ist, doch im Gegensatz zu "Apologize" weiß Mr. Mosley diesem Song nichts hinzuzufügen...im Gegenteil: in seiner ursprünglichen, hier zu hörenden Fassung, kann der Song am stärksten überzeugen!
An dieses Album darf man nicht mit hohen künstlerischen Erwartungen herangehen. Wer dies tut, kann zwangsläufig nur enttäuscht werden. Hier stehen Melodien, Hymnen und die ganz großen Gefühle im Vordergrund. Natürlich ist dies perfekt auf den Massengeschmack abgestimmt - doch wenn man einmal betrachtet, mit welchen Fürchterlichkeiten solche Karikaturen von Bands wie Nickelback, Daughtry oder Bon Jovi die Radioprogramme verpesten, dann möchte man die Jungs von One Republic liebevoll in die Arme schließen und ihnen dafür danken das sie das Format-Radio wieder ein wenig hörenswerter machen!

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Mittwoch, 10. Februar 2010

Besprochen: BASEMENT JAXX - "SCARS"

Schon ein paar Monate älter, aber noch nicht zu spät entdeckt: das 5te Album des Elektro-/Dance-Projekts Basement Jaxx! Es ist ihr vielleicht bestes geworden!

Die Karriere des britischen Duo's begann bereits im Jahr 1994 - zum 15-jährigen gibts also nun ihr bislang fünftes Album! Kein sehr großer Output für solche eine lange Zeitspanne, aber wenn jedes mal so eine famose Scheibe wir hier dabei herauskommt, dann nehmen wir das warten gerne immer wieder in Kauf! Man kann es nicht anders sagen: Felix Buxton und Simon Ratcliffe alias Basement Jaxx werfen hier mit schillernden, catchy beeindruckenden und stilvielfältige Ohrwürmern nur so um sich!!! Und dafür haben sie sich dieses mal eine bei ihnen so noch nie erlebte Herrschar an Gastmusikern an Bord geholt! Was dabei herauskam, kann sich mehr als sehen lassen. Das Album erlebt gleich einen fulminanten Start, mit dem Titelsong "Scars": eine schwebende, angedunkelte, von epischen Chor-Samples angetriebene Elektro-Pop-Großartigkeit, auf der Kelis zusammen mit Meleka und Chipmunk die Vocals beisteuert. Großartig geht es auch weiter mit der Vorab-Single "Raindrops" - ein famoser, mitreißend gut gelaunter, von Felix Buxton besungener Dance-Pop-Ohrwurm, der einem das Gefühl gibt, ihn schon ewig zu kennen. Desweiteren lädt auf "She's No Good" Eli "Paperboy" Reed in einen hüftenschwingendem Dance-Soul-Ohrwurm ein, zusammen mit Santigold (ehemals Santogold) und dem Song "Saga" krendenzen sie uns catchy melodischen, schillernd psychedelischen Dub-Dance-Pop, mit der neuen Single "Feelings Gone" (feat. Sam Sparro) liefern sie einen von Streichern untermalten, hymnisch leidenschaftlichen Dance-Pop-Ohrwurm par excellence, mit Amp Fiddler offenbart sich "A Possibility" als wundervolle, warmherzige, getragene, von zartschmelzenden Gitarren und Orgeln untermalte Soul-Pop-Perle, "Twerk" feat. Yo!Majesty kommt als oldschooliger Dance-Hip-Pop daher, der den 80s-Hit "Maniac" von Michael Sembello zitiert, auf dem zurückgelehnten und catchy Elektro-Pop-Ohrwurm "Day Of The Sunflowers (We March On)" zeigt sich Yoko Ono (Witwe von Ex-Beatle John Lennon) von ihrer besten Seite, und unter Mithilfe von der Bellrays-Sängerin Lisa Kekaula schenken sie uns mit "Stay Close" eine warme, schwebende, minimalistische und verträumte Elektro-Pop-Perle. Diese und viele Perlen mehr lassen sich auf diesem Album entdecken. Wer also hier eine sture, beatgetriebene Elektro-Platte erwartet, der hat sich kräftig geschnitten. All das hier hat Seele und Tiefe, es atmet und entwickelt ein Eigenleben. Ein äußerst gelungenes Album!!!

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Dienstag, 9. Februar 2010

Besprochen: THE KNIFE , PLANNINGTOROCK & MT. SIMS - "TOMORROW, IN A YEAR"

Skandinavien brodelt! The Knife setzen gemeinsam mit Planningtorock und Mt. Sims großes um: Hier schufen sie eine künstlerische Elektro-Oper, basierend auf Charles Darwin's Aufsatz "Die Entstehung der Arten"!

Kunst in bekanntlich nicht dafür geschaffen, das sie jeder mag! Auch an diesem Werk werden sich die Geister scheiden. Vor allem der gemeine Formatradio-Hörer wird sich an diesem kunstvollen, düsteren, intensiven und experimentellen Brocken aus schwebenden, wabernden, zäsierenden und verstörendenden Soundscapes, Opernarien, Störeffekten und tiefdunkler Atmosphäre vermutlich die Zähne ausbeißen! Doch auch wenn man mit vermeintlich wenigen Menschen (was nicht zu hoffen ist) dieses Kunstwerk teilen muss, so macht es selbiges jedoch nicht minder großartig! Wer The Knife selbst oder die Soloarbeiten der Frontfrau Karen Dreijer Andersson alias Fever Ray kennt, sollte hier jedoch keine allzu gewohnten Klänge erwarten. Zwar ist auch hier der Hang zu experimenteller Elektronik allgegenwärtig, was hier allerdings in Verbindung mit Opern-Sopran-Gesang und klassischen Pop-Gesang ganz neue Klangkosmen erschließt. Zwar werden sich hier einige Stücke, wie etwa das "Intro", "Letter To Henslow" oder "Schoal Swarn Orchestra", aufgrund ihres ausgeprägten Minimalismus ohne die begleitende Bühnendarstellung im heimischen Wohnzimmer wohl weniger etablieren, kann aber der Erhabenheit und Tiefe der gesamten Komposition nichts anhaben. Die eingängigen Herzstücke der Platte bilden vor allem "Colouring Of Pigeons" und "Seeds", die trotz ihrer epischen Länge (von 11 bzw. 9 Minuten) in allen Kategorien punkten! Sehr hörenswert sind auch Stücke wie "Geology", "Annie's Box", "Tomorrow, In A Year" (Kate Bush läßt grüßen), "Ebb Tide Explorer" oder "The Height Of Summer"! Doch erst das gesamte Werk entfaltet seine ganze Pracht und Magie - und wird jeden reich belohnen, der sich diesem Werk zu öffnen vermag.

* * * *1/2

Montag, 8. Februar 2010

Ausgegraben: NEW ORDER - "SINGLES" (2005)

Diese grandiose Band und ihr künstlerisches Schaffen, sind immer eine Wiederentdeckung wert! Eine Reise von Dark-Wave, über Synthie-Pop, bis hin zu waschechtem Pop!

Das kann man mal ein Wahnsinns Band-Recycling nennen und ist gleichzeitig ein perfekter Beweis für ihre musikalische Wichtigkeit: Ab Ende der 70er machte sich die Band erstmals als Joy Division auf, Musikgeschichte zu schreiben und Genres von Gothic über Dark-Wave bis hin zum Post-Punk überhaupt erst möglich zu machen. Bis zum tragischen und überraschenden Selbstmord ihres Sängers Ian Curtis im Jahr 1980! Aus Respekt vor ihm, entschied sich der Rest der Band fortan unter neuem Namen weiterzumachen - New Order waren geboren! Und von nun an sollten sie die Welt mit famoser Muisk begeistern, die vom Dark-Wave über Synthie-Pop bis hin zu waschechtem Pop führte! Hier geht es nun nicht um ein "reguläres Studioalbum" der britischen Band, sondern um die 2005 erschienene Compilation "Singles". Und zwar aus dem Grund, das solch eine Sammlung aller Singles bei einer Band wie New Order absolut essentiell ist: ihre größten Hits und überhaupt sehr viele ihrer Singles, wurden nie auf regulären Alben der Band veröffentlicht! Zudem ist es ein allumfassender Karriererückblick, dessen Songs hier in remasterter Form wieder in voller Pracht aus den Boxen Perlen! Die Band begann im Jahr 1981 mit ihrer ersten Single "Ceremony", das sich vom Sound noch sehr an Joy Division orientierte - und auch tatsächlich noch als Joy Division geschrieben wurde, mit Lyrics von Ian Curtis. Auf ihrer 2ten Single "Procession" hingegen, zeigte sich ein leichter Wandel. Vordergründig sind noch immer die deutlichen Merkmale von Joy Division präsent, vermischt sich aber mit einem leichteren Pop-Verständniss, das für New Order typisch werden sollte. Mit ihrem 1982er Hit "Temptation" gingen sie den neuen Weg in Richtung digitalerer Pop-Musik noch weiter, um 1983 die Metamorphose gänzlich abzuschließen: mit ihrem massiven Hit "Blue Monday", ein großartiger Synth-Pop-Ohrwurm, der bis heute zum besten zählt, das die 80er je hervorbrachten! Den neuen Stil führten sie famos weiter auf Singles wie dem eingängig minimalistischen "Confusion" (1983), dem von wundebaren Synhieflächen getragenen Klassiker "Thieves Like Us" (1984) oder der großartigen Synth-Pop-Hymne "The Perfect Kiss" (1985) aus dem Album "Low-Life" und somit ihre erste Single die auf einem regulären Album erschien. Ein Kulthit sollte dann auch der Nachfolger "Sub-Culture" werden - die 2te Single aus dem Album "Low-Life" und ein Synthie-Pop-Knaller der selbst einst die Pet Shop Boys vor Neid erblassen ließ! Weitere essentielle Hits lieferten sie mit dem Synthiepop-Ohrwurm "Shellshock" (1986) aus dem Soundtrack zu "Pretty In Pink" oder dem hymnisch getragenen, absoluten 80s-Überhit und mehr als großartigen Klassiker "True Faith" (1987). Weitere großartige Hits lieferten sie in den folgenden Jahren ihrer Karriere auch mit "1963" (1987), "Touched By The Hand Of God" (1987), dem experimentierfreudigen "Fine Time" (1989), dem eingängigen "Round & Round" (1989), ihrem ersten UK-No.1-Hit "World In Motion" (1990), das sich etwas mehr zu klassischem Pop hinwendende "Regret" (1993), der getragenen Pop-Perle "Ruined In A Day" (1993), der wieder im gewohnt dancigen Sound begeisternden Perle "World (The Price Of Love)" (1993), oder dem Ohrwurm "Spooky" (1993). Dies sollte ihre letzte Sinlge für viele Jahre sein. Ihr Comeback feierten sie 2001 mit der Single "Crystal", der ersten Auskoppelung aus ihrem neuen Album "Get Ready" - mit dem sie deutlich mehr in die Richtung Pop-Rock wanderten, aber dennoch mehr als zu begeistern vermochten! Weiterhin positiv zu erwähnen sei auch die poprockende Nachfolge-Single "6 Miles An Hour" (2001), die großartige, dancige (wie in den 80s üblichen) Non-Album-Single "Here To Stay", das von den Chemical Brothers produziert wurde, die famose Pop-Perle "Krafty" (2005) oder die großartige, getragene Kostbarkeit "Waiting For The Sirens Call". Ein nahezu perfekte Compilation, auf dem kein einziger Song überflüssig ercheint. Ein Muss für jeden, der sich für Pop begeistern kann - es ist eine wahre Schatztruhe voll mit unvergänglichen Juwelen die auch von neuen Generationen entdeckt werden will.

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Samstag, 6. Februar 2010

Besprochen: MASSIVE ATTACK - "HELIGOLAND"

Sie können es doch noch: 7 Jahre nach ihrem letzten Studioalbum darf man die Bistroler TripHop-Pioniere wieder so richtig lieb haben!

Fast 20 Jahre ist es nun her, das sich Robert "3D" Del Naja, Grant "Daddy G" Marshall und Andy "Mushroom" Vowles aufmachten Musikgeschichte zu schreiben: mit ihrem 1991er Debütalbum "Blue Lines" prägten sie das Genre TripHop und sollten somit entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der elektronischen Musik nehmen. Hochgeschätzte Bands wie etwa Portishead hätte es ohne sie nie gegeben. Über das gesamte Jahrzehnt hinweg verzauberten sie uns mit düster-hypnotischen Klängen - bis dann 2003 das Album "100th Window" zum Desaster wurde! Es entstand fast komplett im Alleingang von Robert Del Naja - Andy Vowles hatte bereits 1999 die Band verlassen und Grant Marshall widmete sich seiner Familie. Außer der im Jahr 2005 erschienenen Best-Of "Collected", wurde es still um die Band. Nun, 7 Jahre nach dem letzten regulären Studioalbum, haben Marshall und Del Naja endlich wieder zueinander gefunden - und sind im Begriff wieder zu alter Höchstform zu gelangen. Die Band schwebt mit uns in gewohnt düster-sphärischen Klanglandschaften und tut dies mit einer Eingängigkeit, wie seit "Blue Lines" nicht mehr. Und auch die musikalischen Gäste tun ihr übriges, um dieses Album endlich wieder zu einem Erlebnis zu machen. Großer Auftritt schon der Opener: das 7-minütige "Pray For Rain" interpretiert Tunde Adebimpe (TV On The Radio) als düster getragene TripHop-Perle, mit optimistischem Ausfallschritt. Horace Andy, der schon auf "Blue Lines" mitwirkte, macht wieder einmal mit seiner einmaligen Stimme Songs wie "Splitting The Atom" und "Girl I Love You" zum Ereignis, die im TripHop bekannte Martina Topley-Bird veredelt "Babel" und "Psyche" auf unnachahmliche Weise zu kleinen Offenbarungen, Guy Garvey von Elbow bestreitet das hypnotische "Flat Of The Blade" in spukiger Atmosphäre zu schräg minimalistischen Elektro-Klängen, Hope Sandoval (Mazzy Star) verzückt auf dem melancholischen "Paradise Circus" und der großartige Damon Albarn brilliert im wunderbaren "Saturday Come Slow". Auf diesem Album ist endlich wieder alles da, wo es sein sollte - Massive Attack haben wieder zu sich gefunden!

Das ist sehr gut - denn es gibt noch viele düstere Abgründe die wir mit dieser Band noch gemeinsam erforschen wollen!

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